Fünf Katholische Grundschulen in Hagen auf der Kippe

Hubertus Heuel
Die Overbergschule ist eine von fünf katholischen Grundschulen in Hagen.
Die Overbergschule ist eine von fünf katholischen Grundschulen in Hagen.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Bleiben die fünf katholischen Grundschulen auf der Strecke, wenn die vom Biregio-Institut vorgeschlagene Reform Wirklichkeit wird?

Hagen. Fünf katholische Grundschulen gibt es in Hagen - noch. Denn wenn es nach den Vorschlägen von Wolf Krämer-Mandeau vom Bonner Biregio-Institut geht, der im Auftrag der Stadt ein Gutachten zur Schulentwicklung erstellt hat, wird keine von ihnen übrig bleiben. „Die Schülerzahlen gehen dramatisch zurück, die Grundschulen müssen fusionieren, auch die katholischen“, so Krämer-Mandeau.

Sein Entwurf sieht vor, dass die katholische Wesselbachschule in Hohenlimburg in der Heideschule aufgeht, die Overbergschule in Boelerheide mit der benachbarten Löns-Schule fusioniert, die Liebfrauenschule in Vorhalle mit der Grundschule vom Stein, die Goetheschule in Boele mit der Vinckeschule und die Meinolfschule am Ischeland mit der Hegemann- und/oder der Funckeparkschule. In zwei Fällen (Liebfrauen/vom Stein, Overberg/Löns) scheint ein Zusammengehen geradezu ein organischer Prozess zu sein, denn die Schulgebäude liegen sich direkt gegenüber.

Doch an den betroffenen Schulen regt sich der Widerstand gegen die Fusionspläne, Eltern und Lehrer wehren sich dagegen, dass das katholische Element einer Reduzierung der Schulstandorte zum Opfer fallen soll. Das Gutachten operiere mit falschen Zahlen, moniert Ursula Peter-Burghof, Leiterin der Meinolfschule, der mit 270 Kindern größten katholischen Grundschule in Hagen: „Das Votum der Eltern ist klar: Unsere Schule soll ihren Charakter behalten.“

Katholisches Vorzeichen

Die Meinolfschule ist wesentlich größer als die Hegemann- oder die Funckeparkschule. Eine Fusion mit einer dieser beiden Schulen kann man sich deshalb an der Meinolfschule nur schwer vorstellen - und wenn überhaupt, dann unter katholischem Vorzeichen. „Bei der Abschaffung der Hauptschulen wird argumentiert, die Eltern hätten mit den Füßen abgestimmt“, so Rektorin Peter-Burghof. „Das sollte auch für uns gelten. Wir haben gleichbleibend hohe Anmeldezahlen.“

Am Montag wollen Oberbürgermeister Dehm und Dechant Osthus in einem Spitzengespräch ausloten, inwieweit der konfessionelle Charakter der Grundschulen erhalten bleibt. Für Ellen Neuhaus, Vorsitzende des Schulausschusses, ist schon jetzt klar: „Wir werden keine Konfessionsschule schließen. Bei Fusionen besteht die Möglichkeit, einen katholischen Zweig einzurichten.“ Solange die Eltern dies wünschten, müsse es weiterhin Konfessionsschulen geben.