„Fräulein-Richard-Platz“ an der Isenbergstraße

Widbert Felka (li.), Stefan Welzel (Mi.) und Hans Feldhege fanden heraus, dass es Fräulein Maria Richard war, die jüdische Mitbürger im Hohenlimburger Wald mit Lebensmitteln versorgte.
Widbert Felka (li.), Stefan Welzel (Mi.) und Hans Feldhege fanden heraus, dass es Fräulein Maria Richard war, die jüdische Mitbürger im Hohenlimburger Wald mit Lebensmitteln versorgte.
Foto: Michael Schuh

Hohenlimburg..  Der Platz der Begegnung an der Unteren Isenbergstraße wird in Zukunft „Fräulein-Richard-Platz“ heißen. Dafür sprach sich die Bezirksvertretung Hohenlimburg bei einer Enthaltung aus. Damit würdigte die Hohenlimburger Politik den Mut und das Engagement der im Jahr 1938 noch jungen Hohenlimburgerin, die in den schrecklichen Tagen nach der Reichspogromnacht die jüdische Familie Löwenstein mit Getränken und mit Nahrung versorgte. Diese hatte sich angesichts der fürchterlichen Ereignisse auch unterm Schlossberg im Wald versteckt. „Sie hat für uns ihr Leben aufs Spiel gesetzt“, berichtet Hans Löwenstein in seinem Buch.

Diesen Mut wollten die „Bürger für Hohenlimburg“ jetzt gewürdigt wissen und stellten deshalb den Antrag an die Bezirksvertretung, der Ur-Hohenlimburgerin einen „Platz“ zu widmen. Sie stießen damit auf offene Ohren. Bezirksbürgermeister Hermann-Josef Voss machte es deutlich: „Sie hat in schwierigen Zeiten Vorbildliches geleistet.“ Deshalb mahnte er in der BV an, keine sinnlose Diskussion zu führen. Insbesondere nicht über die Formulierung „Fräulein Richard“.

„Es war ihre innerste Überzeugung, Fräulein genannt zu werden“, erinnert sich Hans Feldhege: „Sie war die Schwester meiner Mutter und hat Jahrzehnte in unserem Geschäft gearbeitet.“

Feldhege: Schwester meiner Mutter

Deshalb hatte Hans Feldhege bereits im Juli im Gespräch mit dieser Zeitung versichert. „Bis zu ihrem Tod hat sie großen Wert darauf gelegt, mit Fräulein angesprochen zu werden.“ Das respektierten jetzt auch die Bezirksvertreter, die sich bei einer Enthaltung dafür aussprachen, diesen Platz umzubenennen und die Leistung dieser Frau mit einem Hinweisschild zu würdigen. Dieses soll folgende Informationen tragen: „Maria Richard (28.5.1910 - 9.10.2001) setzte sich nach der Reichspogromnacht mutig für jüdische Mitbürger ein.“

 
 

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