Florian Ludwig: Theater Hagen geht nicht zugrunde

Generalmusikdirektor Florian Ludwig.
Generalmusikdirektor Florian Ludwig.
Foto: Michael Kleinrensing
  • Generalmusikdirektor Florian Ludwig fordert externe Beratung bei Intendantensuche
  • Den personellen Umbruch könne das Haus verkraften
  • Zur harschen Kritik aus den Reihen der Politik möchte sich der Dirigent nicht äußern

Hagen..  Florian Ludwig (46) ist seit 2008 Generalmusikdirektor am Hagener Theater. Der Dirigent wurde in Franken geboren und studierte Dirigieren und Liedbegleitung an der Hochschule für Musik in München. Im Sommer verlässt er das Hagener Haus, um als Professur für Orchesterleitung in Detmold sowie freiberuflicher Dirigent tätig zu sein.

Die Intendantensuche beginnt von vorn. Was sagen Sie?

1.Die Intendantensuche beginnt von vorn. Was sagen Sie?

Ludwig: Man sollte sich auf jeden Fall die nötige Zeit nehmen und die externe fachliche Beratung eines im Amt befindlichen Theaterleiters in Anspruch nehmen. Der neue Intendant soll schließlich ein schlüssiges künstlerisches und finanziell erfolgversprechendes Konzept vorlegen, welches genau darstellen muss, an welchen Stellen im Theater die vom Rat beschlossenen Einsparungen erfolgen werden.

Teile der Politik machen Sie für den Rücktritt von Frau Caron mitverantwortlich. . .

Ich denke nicht, dass ich zu einem solchen hanebüchenen Unsinn mehr sagen werde, als der von der Theaterleitung und dem Betriebsrat verfasste offene Brief beinhaltet.

Nicht nur Sie und Hilchenbach, auch Werner Hahn und Ricardo Fernando verlassen das Theater.

Das ist zwar ein echter Umbruch, aber ein Theater geht nicht zugrunde weil die Leitungsteams wechseln. Da muss man die Kirche im Dorf lassen, wir alle sind ersetzbar. Wenn viele neue Gesichter kommen, besteht zwar die Gefahr, dass viele Strukturen erst wieder neu entwickelt werden müssen. Frischer Wind kann aber auch belebend wirken. Viele Häuser haben solche Phasen schon durchgemacht. Schließlich ist es nicht die Theaterleitung, sondern die gesamte Belegschaft, die so ein Theater trägt.

Werden Sie nach Ihrem Abschied noch in Hagen dirigieren?

Die Professur in Detmold und meine freiberuflichen Engagements werden das vermutlich nicht erlauben. Es wäre auch branchenunüblich. Die Zusammenarbeit mit unserem Orchester macht mir viel Freude und ich will auch nicht sagen, dass ich nie wieder in Hagen am Pult stehen werde. Aber ich habe einen hervorragenden Nachfolger. Joseph Trafton ist ein wunderbarer Kollege und ich freue mich, seine Arbeit hier in Hagen zu verfolgen.

Mit Florian Ludwig sprach Hubertus Heuel

 
 

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