Firma wehrt sich gegen Vorwürfe

Krutmann-Geschäftsführer Hubertus Laaser und Ingenieur Holger Jung.
Krutmann-Geschäftsführer Hubertus Laaser und Ingenieur Holger Jung.
Foto: WP
  • Streit um Sanierung der Brücke am Freibad Hengstey
  • Baufirma wehrt sich gegen Vorwürfe durch WBH
  • Auftrag an anderes Unternehmen vergeben

Hengstey.. Die Anschuldigungen gegen seine Firma könne er so nicht stehen lassen, sagt Hubertus Laaser. Seit 30 Jahren sei er jetzt im Baugeschäft, aber so etwas habe er doch noch nicht erlebt: „Unsere Referenzliste ist lang. Nur mit der Stadt Hagen bzw. deren Wirtschaftsbetrieb (WBH) ist die Zusammenarbeit einzigartig.“ Einzigartig schlecht, meint der Unternehmer.

Laasers Betrieb, die Firma Krutmann aus Menden, blickt dem wahrscheinlichen Rechtsstreit mit dem WBH wegen der unvollendeten Sanierung der Brücke am Freibad Hengstey mit einer Mischung aus Wut und Gelassenheit entgegen. Wut, weil sich die Mendener vom WBH schikaniert und verleumdet fühlen. Gelassenheit, weil sie sich im Recht wähnen: „Wegen einer anderen Baustelle in Hagen sind wir schon mal in einen ähnlichen Prozess hineingezogen worden“, sagt Laaser, Geschäftsführer und Inhaber von Krutmann in einer Person, selbstbewusst: „Und den haben wir gewonnen.“

Grund des Streits ist die Sanierung der Eisenbahnbrücke an der Seestraße. Eigentlich sollte das Bauwerk schon Mitte Dezember wieder freigegeben werden, doch die Instandsetzung der 1912 errichteten Überführung ist bis heute nicht abgeschlossen. Die Firma Krutmann habe verspätet mit den Bauarbeiten begonnen und sich technisch nicht in der Lage gezeigt, die Aufgabe auszuführen, hieß es seitens des WBH, der dem Unternehmen den 226 000 Euro schweren Auftrag inzwischen entzogen hat. Diese Vorwürfe will Krutmann (150 Beschäftigte) nicht auf sich sitzen lassen.

Labor eingeschaltet

„Die vertraglichen Pflichten wurden ganz und gar erfüllt“, so Rechtsanwalt Sebastian Kröger, der die Firma vertritt. Bereits mit Baubeginn im Oktober habe sich herausgestellt, dass der alte Betonbelag der Brücke die für eine fachgerechte Sanierung vorgeschriebenen Werte nicht aufweise und ein anderes Sanierungsverfahren notwendig mache. Doch der WBH habe das eindeutig belegbare Ergebnis der Betonuntersuchung nicht akzeptieren wollen bzw. wochenlang nicht auf die Hinweise der Firma reagiert.

In der Folgezeit wurden ein Labor und ein Vermessungsingenieur eingeschaltet, wahre Papierberge mit Anschuldigungen, Zurechtweisungen und Fristsetzungen wechselten die Seiten, bis der WBH der Krutmann GmbH schließlich den Auftrag kündigte. „Unglaublich“ findet das Laaser: „Die strittigen Fragen waren leicht zu klären, dann hätten wir die Arbeiten innerhalb von sechs Wochen fertiggestellt.“ Der WBH habe jegliche Kooperationsbereitschaft vermissen lassen.

Bis heute wird die Firma die Schutzzäume abbauen. Der WBH will die Überführung durch ein anderes Unternehmen fertigstellen lassen. Wie lange das dauert, vermag niemand zu sagen. Und wieviel Geld die Firma Krutmann vom WBH noch zu bekommen hat, muss wohl vor Gericht geklärt werden.

 
 

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