Finanzamt-Abriss: Junge Union gegen CDU-Vorstoß

Hagen..  Zum Vorstoß der Hagener CDU, das Finanzamt teilweise abzureißen, gibt es Gegenwind – und zwar aus der eigenen Partei: Aus Sicht der Hagener Jungen Union (JU) gehe der Plan an der eigentlichen Problematik vorbei. Wie berichtet hatten der CDU-Kreisvorstand und die Ratsfraktion, der auch JU-Chef Lars Vogeler angehört, einen Abriss ins Gespräch gebracht und einen Antrag für die Ratsgremien angekündigt.

Vogeler teilt nun aber mit, dass er einen Abriss im Rat nicht unterstützen werde, wenn nicht alle Alternativen geprüft worden seien. Und er erklärt für die Junge Union: „Was nützt der Abriss der Immobilie Finanzamt? Natürlich ist es möglich hier einen Grünstreifen zu realisieren, der dann wahrscheinlich kurzfristig vermüllt und das Stadtbild nicht unbedingt positiv prägen würde. Natürlich ist es auch möglich, die Finanzverwaltung davon zu überzeugen, in andere Gebäude zu ziehen, aber ergibt dies Sinn? Wir finden ganz klar: nein.“

In Hagen habe der Denkmalschutz schon öfter „mal hinter dem Umweltschutz“ zurückstecken müssen. Vogeler: „Schauen wir uns nur die Pelka Häuser in Haspe an, auf deren Fläche mittlerweile eine Autowaschanlage realisiert wurde. Ich halte den Ansatz, das Finanzamt abzureißen, für stadtgeschichtlich sehr fragwürdig. Man sollte das Problem lieber an der Wurzel packen.“ Es gebe zahllose Beispiele, wie man Feinstaub aktiv bekämpfen könne. Breite Bürgersteige mit Bäumen bepflanzen, Dachbegrünung fördern. All diese Dinge seien auch in der „Schlucht“ am Finanzamt durchaus möglich.

Zudem müsse man auch quer denken: „Zum Beispiel könnte die Stadt mit den Eigentümern der gegenüberliegenden Bauten aus den 50er-Jahren ins Gespräch kommen und versuchen, dort Lösungen wie einen Eigentumswechsel mit in städtischer Hand befindlichen Immobilien zu schaffen. Dann wäre der Platz frei für den Abriss dieser Gebäude.“

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