Federnwerker fürchten das „Aus“

Gespräch der Betriebsräte aus den Standorten Oege und Olpe der ThyssenKrupp Federn & Stabilisatoren GmbH mit Hannelore Kraft und Wolfgang Jörg.
Gespräch der Betriebsräte aus den Standorten Oege und Olpe der ThyssenKrupp Federn & Stabilisatoren GmbH mit Hannelore Kraft und Wolfgang Jörg.
Foto: WP

Oege.. Wird der Federnbereich der ThyssenKrupp GmbH, der erst im Spätherbst 2011 nach der Herauslösung aus der ThyssenKrupp Bilstein Suspension GmbH aus der Taufe gehoben worden ist, zum Abschluss des Geschäftsjahres am 30. September 2012 in zwei Teilbereiche zerschlagen und dann verkauft?

Die Befürchtung, dass ein solches Modell Realität werden könnte, geht seit einigen Tagen bei den 700 Federnwerkern von Oege und Olpe um. Verbunden mit dem Verkauf der Standorte könnte jedoch nicht nur ein erheblicher Arbeitsplatzverlust verbunden sein. Möglicherweise sogar die Schließung eines Standortes? Das wollte Axel Berg, Betriebsratsvorsitzender in Oege, gestern Mittag im Gespräch mit unserer Zeitung nicht mehr ausschließen. „Bei einer Zerschlagung der GmbH ist alles möglich.“

Angesicht solcher Hiobsbotschaften suchten die Betriebsräte am Donnerstag der vergangenen Woche das Gespräch mit NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, als diese in Hagen weilte.

Hannelore Kraft, nach einer Standortbesichtigung vor einigen Monaten durchaus mit der Problematik der beiden deutschen ThyssenKrupp-Federnstandorte vertraut, will sich zusammen mit dem alten und möglicherweise auch neuen NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider für die beiden Werke einsetzen. Das sicherte sie den Betriebsräten zu.

Zum Hintergrund: Nach der 4. Sitzung der Begleitkommission zum Verkauf der beiden Werke, zeichnet sich ab, dass der europäische Bereich an die Max-Aichner-Gruppe (Stahlwerke Annahütte) abgegeben soll; die nicht europäischen Aktivitäten von der italienischen „Sogefi“-Group übernommen werden. Die Betriebsräte befürchten, dass die beiden Standorte in Oege und Olpe sich in einem solchen Fall nicht mehr weiterentwickeln werden, weil sie „global player“ sind und ausschließlich am europäischen Markt nicht bestehen können.

Nähere Aufschlüsse soll Anfang Juni ein Gespräch mit Max Aichner bringen. Er ist Inhaber der „Stahlwerke Annahütte GmbH“, die in Ainring in Oberbayern angesiedelt ist und rund 400 Mitarbeiter zählt. Die GmbH ist somit deutlich kleiner als die beiden Federnstandorte in Olpe und Oege zusammen. Nicht nur diese Tatsache ruft an der Oeger Straße ein gewisses Unbehagen hervor.

Angesicht der berechtigten Sorgen der Arbeitnehmer ist für Mitte Juni eine gemeinsame Belegschaftsversammlung der beiden Standorte Olpe und Oege im Letmather Saalbau geplant. Berg gestern Mittag: „Wir wollen in Zukunft regelmäßig gemeinsam tagen.“

Eines machte er im Gespräch mit unserer Zeitung aber auch deutlich: „Wir lassen uns bei allen Verkaufsgesprächen nicht unter Druck setzen.“

 
 

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