Familiendrama in Hagen - Vater schießt mit Pistole auf Frau und 16-jährigen Sohn

Familiendrama in Hagen: Der Eingang zum Haus, in dem die Schüsse fielen, ist abgeriegelt.
Familiendrama in Hagen: Der Eingang zum Haus, in dem die Schüsse fielen, ist abgeriegelt.
Foto: Michael Kleinrensing
In Hagen gab es ein blutiges Familiendrama: Ein 40-jähriger Mann hat mit einer Pistole auf seine Frau (37) und einen 16-jährigen Sohn geschossen. Die Frau schwebte nach den Schüssen in Lebensgefahr. Unverletzt konnte der 13-jährige Sohn der Großfamilie auf die Straße im Hagener Bahnhofsviertel fliehen. Eine Mordkommission ermittelt Hintergründe und das Motiv der Bluttat.

Hagen. Das Familiendrama im Hagener Bahnhofsviertel begann in den Mittagsstunden. Augenzeugen sahen ein Mann auf dem Balkon eines Mehrfamilienhauses aufgeregt mit gezogener Pistole umherlaufen. Sie riefen zwei Polizeibeamte, die zufällig in der Nähe auf Streife waren, zum Geschehen am Graf-von-Galen-Ring. Im oberen Stockwerk des Hauses spielten sich dramatische Szenen ab.

Ein 40-jähriger Familienvater hatte mit einer Schusswaffe seine Ehefrau (37) und seinen 16-jährigen Sohn niedergestreckt und lebensgefährlich verletzt. Der jüngere Sohn blieb unverletzt. Barfuß und völlig aufgelöst kam der 13-jährige Ahmet auf die Straße gelaufen: „Hilfe! Mein Vater schießt auf Mama.“ Tatsächlich war der traumatisierte Junge soeben Zeuge eines Familiendramas geworden.

Das Unglück im vierten Stock des Mehrfamilienhauses am Graf-von-Galen-Ring nahm gegen 12.20 Uhr seinen Lauf. Der Familienvater schoss mit einer Pistole auf seine Frau und seinen Sohn. Ahmet, der jüngere Sohn, der sich ebenfalls in der Wohnung aufhielt, lief nach unten um Hilfe zu holen. „Er schrie, sein Vater würde durchdrehen, er habe auf seine Mutter geschossen“, berichteten Michael Esser (40) und Daniel Davis (37), die sich des Jungen annahmen und ihn in das im Erdgeschoss befindliche griechische Café Bato holten.

Familienvater stand mit Pistole auf dem Balkon

Zudem riefen sie sogleich zwei Polizeibeamte, die gerade auf dem Berliner Platz Streife gingen, herbei. Dabei beobachteten sie den Täter, der mit der Waffe auf dem Balkon herumfuchtelte. Die beiden Polizisten waren noch dabei, die Lage zu sondieren, als ihnen an der Haustür ein Mann in die Arme lief und behauptete, er sei es gewesen, der die Polizei alarmiert habe. Michael Esser erkannte jedoch die Person vom Balkon wieder, woraufhin die Beamten den Mann umgehend festnahmen. Er soll dann angegeben haben, die Waffe läge auf dem Küchentisch.

Kurz darauf trafen mehrere Polizeiautos und Rettungswagen am Tatort ein. Die lebensgefährlich verletzte Frau und der 18-jährige Sohn, dem sein Vater eine Kugel durch die Wange gejagt hatte, wurden notärztlich versorgt und ins Krankenhaus gebracht. Die Frau schwebte noch am Abend in Lebensgefahr. Zwei Töchter (14, 15) blieben offenbar unverletzt, ein weiterer Sohn (21) befand sich zum Tatzeitpunkt nicht in der Wohnung.

Mordkommission hat noch kein Motiv für Blutat ermittelt

Die Polizei hat eine Mordkommission eingesetzt, die Tatwaffe wurde gefunden, weitere Spuren sichergestellt. Um Ahmet, der mit leerem Blick an einem Tisch im Café saß, kümmerte sich ein Notfallseelsorger. Zusammen mit seinen Schwestern wurde er später Mitarbeitern des Jugendamts übergeben. Ein Motiv für das furchtbare Verbrechen vermochte die Mordkommission noch nicht zu nennen. Die Ermittlungen dauerten den ganzen Tag über an.

 
 

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