Es wird kein Kiosk für die Realschule Haspe geben

Elwira Kawalec und Hakan Karakalkan dürfen nun doch keinen Kiosk an der Realschule in Haspe eröffnen.
Elwira Kawalec und Hakan Karakalkan dürfen nun doch keinen Kiosk an der Realschule in Haspe eröffnen.
Foto: WP
Elwira Kawalec und Hakan Karakalkan wollten einen Kiosk an der Realschule Haspe eröffnen. Alles schien in trockenen Tüchern - aber dann scheiterte das Projekt doch noch. Nach Baunutzungsverordnung sei das Vorhaben nicht zulässig.

Haspe.. Eigentlich hätten Elwira Kawalec und Hakan Karakalkan an ihrem Schulkiosk gern Pausenbrote oder Schulutensilien verkauft. Stattdessen blicken die 39-Jährige und ihr Freund nun enttäuscht auf ihren Vertrag, der bereits von allen Partnern unterzeichnet worden war. Dort, wo auf dem Schulgelände ein Verkaufscontainer stehen sollte, kein Kiosk weit und breit. Und wie es aussieht, wird dies auch nicht mehr passieren.

Eine einfache Idee stand am Anfang: Elwira Kawalecs Tochter Claudia, Schülersprecherin an der Realschule Haspe, berichtete ihrer Mutter vom Fehlen eines Kiosks an ihrer Schule. Die 39-Jährige wollte sich engagieren und sprach mit Schulleiterin Birgitt Foth, die die Idee in den Schulgremien vorstellte und positive Resonanz bekam.

Alle Schüler durften ihre Kiosk-Wünsche formulieren

Derzeit gibt es an der Schule kein Büdchen. Wegen der Aufsichtspflicht dürfen die Schüler das Gelände während der Schulzeiten auch nicht verlassen. An der benachbarten Hauptschule wird zwar ein Mittagstisch angeboten, der von vielen Realschülern aber offenbar nicht genutzt wird. „Es geht dabei auch nicht um ein warmes Mittagessen, sondern um die Pausenverpflegung“, betont die Schulleiterin.

Wie Schüler und Eltern begrüßte auch Brigitt Foth das Projekt und stellt fest: „Herr Karakalkan stimmte jede Kleinigkeit genau mit uns ab und richtete sich dabei ganz nach den Bedürfnissen der Schule.“ Vorab gab es sogar eine Abfrage der Wünsche von 163 Schülern aus allen Jahrgangsstufen.

Betreiber wollen wegen Platzmangels in Verkaufscontainer ziehen

Da es keine geeigneten Räumlichkeiten im Gebäude gab, musste ein Alternativ-Standort gefunden werden. Die Idee der Betreiber: Ein sogenannter Verkaufscontainer. Schließlich gab es Gespräche mit den zuständigen Behörden, dann einen gemeinsamen Ortstermin – unter anderem mit einem Vertreter der Bauordnung vom Fachbereich Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung sowie Vertretern des Fachbereichs Bildung.

Elwira Kawalec und Hakan Karakalkan machten sich an die Arbeit. Sie habe unter anderem ein Konzept für ihr Vorhaben erstellt und sämtliche erforderliche Unterlagen bei den entsprechenden Behörden eingereicht, so die 39-Jährige.

Anruf vom Fachbereich Stadtentwicklung stoppt alle Pläne

Allerdings schien ihr Vorhaben zunächst zu scheitern. Dazu habe er dann von der GWH – Immobilienbetrieb der Stadt Hagen (diese ist für die vertraglichen Angelegenheiten zuständig) – eine Mail erhalten. Ende Januar dieses Jahres wurde er darin schriftlich über „das Ergebnis der verwaltungsinternen Prüfung“ informiert. Das Vorhaben rückte zunächst in weite Ferne. Im April gab es doch einen Vertragsentwurf: Ein sogenanntes Überlassungsabkommen zwischen den Kiosk-Betreibern und der GWH.

Kurze Zeit später habe sie aber ein Anruf aus dem Fachbereich Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung erreicht, berichtet das Paar weiter. Er sollte alle Maßnahmen stoppen. Stadtsprecher Michael Kaub sagte auf Anfrage unserer Zeitung, es habe noch eine planungsrechtliche Fragestellung gegeben. Nach Baunutzungsverordnung sei das Vorhaben nicht zulässig.

Betreiber sollte sich selbst um Genehmigung kümmern

Im Telefonat mit der GWH habe die Mitarbeiterin, mit der die Betreiber nach der negativen Mitteilung sprachen, ihr Bedauern geäußert. „Auf die behördliche Baugenehmigung haben wir genauso wenig Einfluss wie der private Betreiber. Der Vertrag und die behördliche Baugenehmigung sind unabhängig voneinander“, sagt Christine Grebe, Betriebsleiterin der GWH, auf Anfrage unserer Zeitung. Mit Blick auf die Entwicklungen stellt sie zudem fest. „Wir werden in Zukunft noch zurückhaltender beim Abschluss von Verträgen sein, solange nicht alle Voraussetzungen geklärt sind.“

Hakan Karakalkan hätte sich laut Vertrag selbst um die Genehmigung kümmern müssen, so Stadtsprecher Michael Kaub. Möglicherweise sei es hier zu einem Missverständnis gekommen. Zudem erklärte er, dass es noch eine Amtsleiter-Besprechung gegeben habe, an der Vertreter der GWH sowie des Fachbereichs Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung der Stadt Hagen teilgenommen haben, um das Thema nochmals zu erörtern.

Kein Container auf dem Schulgelände

Es bleibt aber dabei: Hakan Karakalkan und Elwira Kawalec werden keine Genehmigung bekommen, um ihr Kiosk-Projekt realisieren zu können. „Auf dem Schulgelände darf nach Ansicht des Fachbereichs Stadtentwicklung, -planung und Bauordnung der Container nicht aufgestellt werden“, so Stadtsprecher Michael Kaub. Es handele sich um eine Gemeinbedarfsfläche, zu der auch Schulhöfe gehörten. Dort dürfe grundsätzlich kein Kiosk errichtet werden.

Für Elwira Kawalec und Hakan Karakalkan sind die Entwicklungen allerdings nur schwer nachzuvollziehen. „Wir wollen uns engagieren und finden es schade, dass wir hierbei nicht unterstützt werden“, verweisen sie auf viel Eigeninitiative. „Es würde die Stadt nichts kosten. Wir haben uns verpflichtet, unter anderem Wasserabschlüsse und Elektroinstallationen selbst zu finanzieren.“

„Wir wollen kein Casino eröffnen, sondern Kindern Pausenbrote verkaufen“, sagt das Paar. Aufgrund der unsicheren Ausgangslage hatten sie Containerfirma und Co. schnell abbestellt. Möglicherweise werden dabei auch noch Kosten auf sie zukommen. Das geschlossene Überlassungsabkommen ist mit sofortiger Wirkung aufgelöst.

 
 

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