Erinnerungen an Richard Römer

Binz an der Ostsee. Hier ereignete sich vor 100 Jahren das Seebrückenunglück. Foto: Joachim Karpa
Binz an der Ostsee. Hier ereignete sich vor 100 Jahren das Seebrückenunglück. Foto: Joachim Karpa
Foto: WP

Hohenlimburg.. Er ist möglicherweise der berühmteste Hohenlimburger. So berühmt, dass er einst als (richtige) Antwort bei Günter Jauchs Fernsehshow „Wer wird Millionär?“ auftauchte.

Damals wurde vom bundesdeutschen Fernsehliebling nicht nach Hohenlimburg gefragt, sondern nach dem „Vater“ der Deutschen-Lebensrettungsgesellschaft (DLRG). Nach Richard Römer.

Vielen Hohenlimburgern ist er bekannt, weil auf der Reher Heide im Neubaugebiet eine Straße nach Richard Römer benannt und sich die Bezirksvertretung Ende der 90er Jahre intensiv mit dieser Thematik beschäftigt hat.

Richard Römer wurde vor fast einhundert Jahren, nämlich am 28. Juli 1912 dadurch berühmt, dass er beim schweren Seebrückenunglück von Binz auf Rügen zwölf Menschen das Leben rettete. Damals befand sich der 24-jährige Hohenlimburger als Sergeant vor Ort. Unerlaubt. Er hatte „schwarzen“ Urlaub genommen, wie die Zeitschrift „Der Lebensretter“ in ihrer Juli-Ausgabe von 1963 berichtete. Richard Römer diente damals „bei der kaiserlichen Garde“ in Berlin und besuchte die Ostseeinsel. An diesem Tag stürzte die Bootslandungsbrücke ein. Mehr als 60 Menschen, die auf die Abfahrt des Fährschiffes Kronprinz Wilhelm warteten, fielen ins Meer und drohten zu ertrinken.

Richard Römer sprang, so die Augenzeugen, in voller Uniform ins Meer und rettete zwölf Menschen. Er verausgabte sich dabei so sehr, dass er selbst vor dem Ertrinken gerettet werden musste.

Aufgrund dieser herausragenden Rettungstat erhielt der Hohenlimburger am 18. Februar 1913 die Rettungsmedaille am Bande und ein Schreiben des Kaisers. Noch im selben Jahr, im Oktober 1913, wurde die Deutsche-Lebens-Rettungs-Gesellschaft gegründet. Auch dank des Einsatzes von Richard Römer.

Auf der Ostseeinsel Rügen soll am 28. Juli des besonderen Ereignisses vor 100 Jahren gedacht werden. Möglicherweise mit einem kleinen Festakt in Binz. Gegenwärtig beschäftigt sich der Gemeinderat mit diesem Thema.

Wolfgang Buchhester, Bürger von Binz und ehemaliger Lehrer, recherchiert zur Zeit zu diesem besonderen Ereignis. Er möchte zum Jahrestag eine Festbroschüre herausgeben. Deshalb führte ihn „sein Weg“ auch nach Hohenlimburg.

Buchhester sucht noch Originalfotos zu Richard Römer. Insbesondere nach dem Bild mit den Rettungsmedaillen, die der damals 24-Jährige im Februar 1913 erhielt.

Die DLRG-Ortsgruppe Hohenlimburg, allen voran Werner Herzbruch, hat viel über Richard Römer gesammelt, viel über ihn geschrieben. Auch die Hohenlimburger Heimatblätter werden sich in den kommenden Monaten des Themas widmen.

Aufgrund von besonderen Umständen sind die historischen Fotos von Richard Römer nicht mehr im Original vorhanden. Deshalb fragt Wolfgang Buchhester, ob es Hohenlimburger gibt, die in ihrer Privatschatulle eventuell noch Fotos besitzen. Hinweise nimmt unsere Redaktion entgegen ( 0 23 34 / 91 89 23).

 
 

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