Ergebnisse der Sprachstandserhebung schockiert die Hagener Politik

Die Ergebnisse der Hagener Sprachstandserhebung haben die Politik schockiert.
Die Ergebnisse der Hagener Sprachstandserhebung haben die Politik schockiert.
Foto: NRZ
Die verheerenden Ergebnisse der Sprachstandserhebung in Hagen schockieren die Politik. Jugendhilfe- und Schulausschuss wollen sich des Themas nun gemeinsam annehmen. Mehr als ein Drittel aller Vorschulkinder weist erhebliche Defizite in der Sprachentwicklung auf.

Hagen.. Der Jugendhilfe- sowie der Schulausschuss des Hagener Rates werden sich in einer gemeinsamen Sitzung im März der Sprachentwicklung der Hagener Vorschulkinder widmen. Darauf macht der CDU-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Röspel aufmerksam. „Ziel ist es, die Kinder mit Sprachdefiziten fit für die Grundschule zu machen“, so der Fraktionschef.

Hintergrund der Aktivität ist die jüngste Sprachstandserhebung durch das Schulamt. Danach weisen deutlich mehr als ein Drittel der Vierjährigen keine altersgemäße Sprachentwicklung auf.

Problemkinder auch aus deutschen Familien

„Das Ergebnis hat mich schockiert“, meint der Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, Willi Strüwer. „Am meisten überrascht hat mich, dass jedes vierte Kind mit Sprachproblemen aus einem ausschließlich deutschsprachigen Elternhaus kommt. Daraus wird deutlich, dass nicht nur ein möglicher Migrationshintergrund Probleme bereiten kann, sondern auch Eltern, die sich ihrer Verantwortung für die Zukunft ihrer Kinder nicht ausreichend bewusst sind.“

Man brauche also unterschiedliche Konzepte bei der Sprachvermittlung für die verschiedenen Zielgruppen und müssen die Eltern, wie im „Rucksack-Projekt“ in diesen Prozess aktiv einbinden. Um das schnellstmöglich zu erreichen, müssten jetzt alle Entscheidungsträger im Hagener Stadtrat an einen Tisch.

„Fördermöglichkeiten erschließen“

Das sieht auch die Schulausschussvorsitzende Ellen Neuhaus so: „Wir müssen gemeinsam die Ergebnisse auswerten, Fördermöglichkeiten erschließen, Kontakt mit der Kommunalaufsicht suchen, örtliche Schwerpunkte bilden und in Zusammenarbeit mit den anerkannten Trägern unverzüglich Angebote und Förderkurse für die betroffenen Kinder ausrollen.“

Für Neuhaus zeigt das Hagener Ergebnis deutlich, „wie nötig es war, dass die CDU-Landesregierung im Jahr 2007 die verpflichtenden Sprachstandserhebungen zum vierten Lebensjahr gegen den Widerstand von SPD und Grünen durchgesetzt hat. Jetzt haben wir die Chance, den Kindern vom ersten Schultag an gleiche Startvoraussetzungen zu schaffen. Diese Chance auf Teilhabe und Integration sind wir allen Kindern schuldig.“

 
 

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