Erfolg und Redlichkeit widersprechen sich nicht

Der Hohenlimburger Wilfried Horn, ehemals OB der Stadt Hagen, feiert am 2. November 2013 seinen 75. Geburtstag.
Der Hohenlimburger Wilfried Horn, ehemals OB der Stadt Hagen, feiert am 2. November 2013 seinen 75. Geburtstag.
Foto: Michael Schuh
Hohenlimburg. Hagens ehemaliger Oberbürgermeister, Wilfried Horn, feiert am 2. November seinen 75. Geburtstag.

Hohenlimburg..  Lässiges Sweat-Shirt, die Ärmel hochgekrempelt, ein freundlicher Spruch auf den Lippen – wenn Wilfried Horn Besuchern die Haustür öffnet, entspricht er nicht unbedingt den gängigen Vorstellungen vom ehemaligen Oberbürgermeister einer Großstadt. Doch gerade das ist es, was den einstigen Hagener OB und eingefleischten Hohenlimburger stets auszeichnete und für das ihn die Menschen noch immer mögen: Er ist einer von ihnen. Heute feiert Wilfried Horn seinen 75. Geburtstag.

„Menschlichkeit, Redlichkeit, Verlässlichkeit. Das sind für mich nicht nur Schlagworte – ich habe immer versucht, nach diesen Prinzipien zu arbeiten“, sagt Wilfried Horn. Und das merkten offenbar auch die Menschen in der Hagener Verwaltung, deren Chef er nach seiner überraschenden Wahl zum Oberbürgermeister am 26. September 1999 wurde. „Wenn ich heute mal durch das Rathaus gehe, erfahre ich von den ehemaligen Mitarbeitern immer noch viel positive Resonanz“, sagt der einstige OB, und ein bisschen Stolz schwingt in seiner Stimme mit. Zu Recht.

Auf eine politische Karriere deutete am Anfang seines Lebenswegs allerdings wenig hin. Als dritter Sohn eines Letmather Hufschmieds in einfachen Verhältnissen groß geworden, besuchte er bis zum 14. Lebensjahr die Volksschule und absolvierte anschließend eine Lehre zum Maschinenschlosser. Geprägt wurde der junge Wilfried vom Mangel der Kriegs- und Nachkriegsjahre und von der katholischen Erziehung seiner Mutter. Denn den Vater, der als Soldat an der Front war, sah der Sohn bis zum siebten Lebensjahr so gut wie nie.

Soziales Engagement

Und trotz – oder gerade wegen – der Entbehrungen, die Wilfried Horn in seiner Jugend erfuhr, setzte er sich fortan für seine Mitmenschen ein. Als junger Mann half er einem französischen Pater bei der Obdachlosen-Arbeit, bei der Letmather Firma Vieler, für die er von 1957 bis 1999 ununterbrochen tätig war, gehörte er bald dem Betriebsrat an. 1969 trat der inzwischen verheiratete und nach Hohenlimburg gezogene Horn der CDU bei, wurde noch im selben Jahr in den Rat der damals selbstständigen Stadt und 1971 zum Vorsitzenden der Ortsunion gewählt. Und das in hektischen Zeiten, denn die Eingemeindung seiner neuen Heimat drohte. Gemeinsam mit der Sozialdemokratin Marlies Schumann kämpfte Wilfried Horn vehement dagegen an – und unterlag am Ende.

„Aber man darf den Kopf nicht in den Sand stecken, wenn man etwas für die Bürger erreichen will“, akzeptierte er die bittere Niederlage und engagierte sich weiterhin in der Politik. Obwohl auch in den Folgejahren ein Verfechter der Selbstständigkeit, war er der erste Hohenlimburger Christdemokrat, der 1975 in den Hagener Rat einzog. 1994 wurde er Bürgermeister der Stadt und 1999 – der Höhepunkt seiner politischen Laufbahn – erster direkt gewählter hauptamtlicher Oberbürgermeister. Als er somit nach 42 Jahren Abschied von seinen Kollegen bei Vieler nehmen musste, fiel ihm das nicht leicht: „Ich habe geheult.“

Feier im Kreis der Familie

Auch heute, als Ruheständler, ist der Christdemokrat noch immer ehrenamtlich für soziale Organisationen tätig. Im Mittelpunkt steht aber die Familie: seine Frau Margarete, die Töchter Claudia und Julia sowie die Enkel Kim und Nick. Und natürlich die Australian-Shepherd-Hündin Jessy, die viel Auslauf braucht und so dafür sorgt, dass Herrchen fit bleibt.

Mit seiner Familie feiert Wilfried Horn den Geburtstag heute im Sauerland. Ruhig und in kleinem Kreis. Das hat er sich nach 75 doch recht turbulenten Jahren verdient.

 
 

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