Engagierter Verein kämpft für den Erhalt der Kulturreihe

Wenn das Wetter mitspielt, strömen Hunderte von Open-Air-Freunden zum Muschelsalat. So auch am Mittwoch, 7. August, als die französische Straßentheater-Compagnie „Jo Bithume“ auf dem Bleichplatz in Eilpe gastierte.
Wenn das Wetter mitspielt, strömen Hunderte von Open-Air-Freunden zum Muschelsalat. So auch am Mittwoch, 7. August, als die französische Straßentheater-Compagnie „Jo Bithume“ auf dem Bleichplatz in Eilpe gastierte.
Foto: WP
Der Verein Muschelsalatretter will den Charakter der beliebten Sommerkulturreihe erhalten.

Hagen..  Sie machen sich Sorgen. Berechtigterweise. Denn die Aussagen des Kulturdezernenten Thomas Huyeng, das Konzept des Muschelsalates mit dem Ziel, Kosten zu senken, zu überdenken, klingt bedrohlich. Wobei die Muschelsalatretter betonen, dass sie für Gespräche offen sind und an Ideen, die beliebte Sommerkulturreihe in modifizierter Form fortzusetzen, interessiert sind. „Aber der Charakter des Muschelsalats muss erhalten bleiben“, unterstreicht ­Nicole Schneidmüller-Gaiser mit Vehemenz.

Straßentheater, Open-Air-Kino und Freiluftkonzerte

Damit spielt die 2. Vorsitzende des Vereins auf den Grundgedanken der seit 27 Jahren durchgeführten Veranstaltungsreihe an: „Im Sommer, umsonst und draußen.“

Zum Hintergrund: Der Verein Muschelsalatretter hat sich 2008 mit dem Zweck der ideellen, finanziellen und planerischen Unterstützung bzw. Durchführung der Reihe Muschelsalat zur Förderung von Straßentheater, Open-Air-Kino und Freiluftkonzerten gegründet. Der Verein führt eigene Aktionen durch, betreibt Öffentlichkeitsarbeit (u.a. Flyer, Presse, Neue Medien), verkauft Werbe-Artikel wie T-Shirts und Sitzkissen und bietet zu den abendlichen Events z.B. Kuchen, Waffeln und Sekt an.

Vor gut zwei Wochen gab es ein Gespräch zwischen Kulturdezernent Thomas Huyeng, Fachbereichsleiter Kultur Tayfun Belgin sowie den „Rettern“. „Herr Huyeng und Herr Belgin beklagten die jährlichen Kosten der Reihe, die bei insgesamt 90.000 Euro lägen. Davon würde die Stadt 60.000 Euro tragen“, so Birgit Buchholz. Die finanziellen Mittel für 2014 seien genehmigt und beide Herren hätten versprochen, die Reihe fortzusetzen. „Es wird also etwas geben, aber was“?, fragt die 1. Vorsitzende des Vereins besorgt und spricht damit die personellen Veränderungen im Kulturbereich an. Das für viele Stammgäste „Gesicht des Muschelsalats“, An­drea Honickel, verlässt Ende August das Kulturbüro. „Aber jetzt werden die Weichen in puncto Ausrichtung und Programm für 2014 gestellt“, betont Buchholz.

„Es muss doch Verbindlichkeiten geben“

Die Verantwortlichen von „Funkhaus Europa“, die die Konzertreihe „Odyssee - Musik der Metropolen“ veranstalten, die ins Muschelsalat-Programm eingeflochten ist, zeigten sich schon verdutzt, da aus Hagen bislang kein Signal gekommen sei, ob man 2014 bei der Kooperation wieder dabei sei, berichtet die 1. Vorsitzende. „Wir befürchten, dass da klammheimlich Fakten geschaffen werden“, ergänzt Schneidmüller-Gaiser, „es muss doch Verbindlichkeiten geben...“

Aus der Sommerkulturreihe ein dreitägiges Festival zu machen, wie Huyeng andenkt (unsere Zeitung berichtete), lehnen die Retter ab: „Unsere Satzung schreibt die Förderung der Reihe in seiner jetzigen Form vor.“

Neue Sponsoren gewinnen

Ideen der Muschelsalatretter? „Synergien schaffen, um Kosten zu senken sowie neue Sponsoren gewinnen. Und die Bezirksvertretungen mehr mit einbinden, denn sie sind Experten in ihren Stadtteilen, kennen Geschäftsleute und das Vereinsleben vor Ort. Deshalb sind sie schon heute treue Sponsoren.“

Dass die Identifikation mit der Sache und die persönliche Komponente unbezahlbar sind, spüren die Muschelsalatretter beim Klinkenputzen. Man habe bislang von niemandem, den man in einem Stadtteil um Unterstützung gebeten habe, eine Absage bekommen. Bäcker, Metzger, Pflegeeinrichtung – alle machen mit.

 
 

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