Eltern sichern Existenz von Privatgymnasium in Hagen

Das Gymnasium Garenfeld blickt auf einer mehr als 100-jährige Tradition zurück.
Das Gymnasium Garenfeld blickt auf einer mehr als 100-jährige Tradition zurück.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Das Privatgymnasium Garenfeld hat seine Finanzkrise dank der Elternschaft überwunden. Nun wird eine dreijährige Sonderabgabe von 85 Euro pro Monat erhoben.

Hagen.. Das Privatgymnasium Garenfeld hat seine schwere Finanzkrise nach Angaben von Kurator Christian Witte überstanden und blickt optimistisch in die Zukunft: „Der Bestand der Schule ist langfristig gesichert, die Reihen sind geschlossen.“ Damit spielt er auf den Kostenzuschlag der Eltern an, die in den kommenden drei Jahren eine Sonderabgabe von 85 Euro pro Monat zahlen werden – zusätzlich zu den 590 Euro, die der Unterricht samt Essen und Hausaufgabenbegleitung kostet.

Notfallplan ausgearbeitet

Die über 100 Jahre alte Privatschule war Anfang des Jahres aufgrund stark rückläufiger Schülerzahlen und Investitionen in den Gebäudebestand ins Trudeln geraten. Der Träger des Gymnasiums, die Dr. Hermann und Katharina Hille Stiftung, hatte der Bezirksregierung Arnsberg mitgeteilt, dass der Schulbetrieb möglicherweise im Sommer eingestellt werden müsse. Daraufhin hatte die Schulaufsicht einen Notfallplan ausgearbeitet und mit umliegenden Schulen eine Aufnahme der Garenfelder Schüler vereinbart.

Dazu wird es laut Stiftungskurator Witte nun nicht kommen, da sich gut 95 Prozent der Eltern für die Sonderabgabe ausgesprochen hätten: „Das zeigt, wie wichtig ihnen der Erhalt des Gymnasiums ist.“ Nur wenige Eltern hätten gekündigt.

Schülerzahl hat abgenommen

Auch Schulleiter Gregor Späte (51), erst seit Juni 2013 im Amt, hat das Gymnasium verlassen. Gerüchten, dies habe mit der ungewissen Zukunft der Privatschule zu tun, trat Witte entgegen: „Herr Späte hat sich einvernehmlich von uns getrennt und sucht eine Chance an einem staatlichen Gymnasium.“ Die Schule wird kommissarisch von Spätes Stellvertreterin Kerstin Guse-Becker geleitet.

Seit 2009 ist die Schülerzahl in Garenfeld von 233 auf 130 Jugendliche zurückgegangen. Dazu trugen im Jahre 2010 die Einstellung des defizitären Internats und 2013 der Wegfall eines kompletten Jahrgangs durch die Umstellung auf das Abitur nach zwölf Jahren erheblich bei. Parallel führte der Aderlass zu einer geringeren Refinanzierung der staatlichen Zuschüsse für Lehrer, Schulsekretärin und Hausmeister, die das Land NRW Ersatzschulen gewährt.

Zwölf Neuanmeldungen

Für das kommende Schuljahr seien bislang zwölf Fünftklässler angemeldet worden, so Witte: „Das ist für einen Klassenverband ausreichend. Kleine Klassen sind bei uns üblich.“ Denn die Privatschule wirbt schon länger mit einer über das normale Maß hinausgehenden individuellen Förderung und einer konstanten Abitur-Erfolgsquote von 100 Prozent.

Trotz der von der Schule propagierten „Aufbruchstimmung“ hat die Bezirksregierung Stiftung und Schulleitung im Juni zum Rapport bestellt. Dann muss die Garenfelder Lehranstalt nachweisen, dass ihr Konzept wirklich dazu angetan ist, den Bestand der Schule langfristig zu sichern.

EURE FAVORITEN