Elf Tipps gegen Schlüsseldienst-Abzocke

Die Verbraucherzentrale und die Kriminalpolizei geben Tipps, wie man den ehrlichsten Schlüssel-Notdienst findet.
Die Verbraucherzentrale und die Kriminalpolizei geben Tipps, wie man den ehrlichsten Schlüssel-Notdienst findet.
Foto: WAZ FotoPool
Zum Weltverbrauchertag nehmen Verbraucherzentrale und Kriminalpolizei unseriöse Schlüssel-Notdienste ins Visier und geben elf wichtige Hinweise, wie man nicht auf billige Abzocke hereinfällt. Die seriösesten Anbieter liegen dabei meistens vor der eigenen Haustür.

Hagen. Rumms! Die Tür knallt ins Schloss. Eine Sekunde später, zwei Sekunden später, Hose abgetastet, Jacke durchwühlt. Der Schlüssel liegt in der Wohnung. Genau jetzt tappen viele Ausgesperrte in die Kostenfalle, weil unseriöse Schlüsseldienste ihre Not ausnutzen. Die Verbraucherzentrale Hagen gibt zum heutigen Weltverbrauchertag elf Hinweise, wie man am günstigsten und ehrlichsten wieder zurück in seine vier Wände kommt.

Finger weg von der „0900“

Im Internet und im Telefonbuch wimmelt es vor Wucher-Schlüsseldiensten. Abzocke droht bei 0900-Nummern. Ein seriöser Anbieter hat seine normale Telefonnummer und seine Anschrift dort stehen.

Meiden Sie „AAA“-Firmen

Vorsicht bei Firmen deren Name mit den Buchstaben „AAA“ anfängt. „Sie wollen im Branchenbuch ganz vorne stehen“, sagt Astrid Lindner, Leiterin der Verbraucherzentrale in Hagen. Besser nicht dort anrufen.

Kosten vorab klären

Das Problem am Telefon genau schildern. Zum Beispiel: „Die Tür ist nur zugefallen“. Macht der Anbieter keine Angaben zu den möglichen Kosten, dann wählen Sie besser einen anderen aus. Korrekte Schlüsseldienste nennen Anfahrtskosten und Stundensätze.

Die Ausweis-Frage

Ein seriöser Schlüsseldienst wird vor der Ausführung des Auftrags nach einem Identitätsnachweis fragen, um zu prüfen, ob Ihnen die Wohnung oder das Haus auch wirklich gehört. Dubiose Unternehmen wollen das meistens gar nicht wissen.

Unnötiges Personal

Ein Fachmann genügt. Kommen zwei Monteure, müssen Sie auch meistens für zwei bezahlen. Um unnötig hohe Rechnungen zu verhindern, sollten Sie die Arbeitsaufnahme durch weitere Mitarbeiter vor Zeugen zurückweisen.

„Okay“ nur für Erteilung

Bestätigen Sie nur die Erteilung des Auftrags auf dem Formular, das Ihnen ausgehändigt wird. Niemand kann Sie zwingen, nicht vereinbarte Regelungen zu akzeptieren.

Rechnung, kein „Cash“

„Zahlen Sie nur, wenn Sie eine genaue Rechnung bekommen“, sagt Lindner. Alle Einzelposten müssen vorliegen und der Vereinbarung entsprechen. Keine Barzahlung ohne Rechnung.

Öffnung, kein Wechsel

Wichtig: Legen Sie bei ihrem Auftrag nur fest, dass die Tür wieder geöffnet wird. Eine Auswechslung des ganzen Schlosses ist meistens nicht notwendig.

Festpreis aushandeln

Festpreis ausmachen. Das Öffnen einer Tür, die nur zugefallen ist, dauert in der Regel 30 Sekunden und kostet etwa 75 bis 100 Euro (werktags und tagsüber). Einigen Sie sich auf einen Festpreis und führen Sie das Gespräch unter Zeugen. Am Wochenende kann ein 100-prozentiger Zuschlag oben drauf kommen. Ein Tipp: Mal durchrechnen, ob eine Nacht im Hotel nicht günstiger ist und man dann lieber erst am nächsten Tag den Notdienst zu sich kommen lässt.

Keine Spezialwerkzeuge

Für eine zugefallene Tür benötigt ein Schlüsseldienst eigentlich nur ein Blech, um den Schieber zurückzudrücken. Achten Sie darauf, dass nicht unnötig Spezialwerkzeuge verwendet werden.

Drohung und Nötigung

„Ein seriöser Schlüsseldienst droht nicht, die Tür wieder zu verschließen, wenn etwas nicht klappt. Wenn solche Dinge oder Nötigungen oder Erpressungen geschehen, zögern Sie nicht, die Polizei hinzuzuziehen“, sagt Kriminalhauptkommissar Thomas Roth.

 
 

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