„Einen Abriss wird es nicht geben“

Welche Zukunft hat das historische Gut Herbeck?
Welche Zukunft hat das historische Gut Herbeck?
Foto: WP

Hohenlimburg..  Die Stadt Hagen sucht händeringend nach Flächen, um perspektivisch Industriegebiete ausweisen zu können. Das historische Gut Herbeck, so sein Besitzer, soll dafür aber nicht weichen. Der Hintergrund: Rein rechnerisch sollen die Vorratsflächen an Lenne und Volme, bei einem Abbau aller möglichen Beschränkungen, nur noch für rund acht Jahre ausreichen. Damit liegt Hagen in der Langzeitbetrachtung deutlich hinter vergleichbaren Städten in der Region zurück.

Bei der Suche nach neuen Gewerbeflächen hat die Wirtschaftsförderung aktuell unter anderem das Böhfeld (20 Hektar), das Untere Lennetal Süd (zwei Hektar), Haßley (acht Hektar), den Hammacher (6,3 Hektar) und auch Gut Herbeck (2,8 Hektar) als mögliches Potenzial jetzt in einem Gewerbeflächenkonzept vorgestellt.Somit auch jenes historische Gut im Lennetal, das einst Sitz der Familie von Friedrich Alexander Freiherr von Hövel (1766 - 1826) war und bis heute ein historisch und architektonisch außergewöhnliches Objekt darstellt. Eigentümer ist Friedrich Freiherr von Hövel, der mit seiner Familie in Kirchen / Sieg lebt und im Gespräch mit dieser Zeitung noch einmal betonte, dass dieses Gut ein wichtiger Teil der Familiengeschichte sei. Aber, so macht der 60-jährige Freiherr deutlich: Langfristig müsse eine Nutzung für das Gelände gefunden werden, die auch dem Denkmalschutz für diese historischen Ensembles gerecht werde.

Bereits im Januar des Jahres 2013 hatte der Eigentümer im Gespräch mit dieser Zeitung eingeräumt, dass „im Augenblick ein geeignetes Konzept für dieses Gebäude fehle“. Und daran scheint sich auch drei Jahre später nichts verändert zu haben. Friedrich Freiherr von Hövel bestätigte, mit den Mitarbeitern der Wirtschaftsförderung der Stadt Hagen über die Ausweisung möglicher Industrieflächen gesprochen zu haben. Denn westlich des Gutes (2,8 Hektar) sieht die Wirtschaftsförderung zusätzlich in Richtung Dolomitwerke eine Fläche von 2,5 Hektar als weiteres Potenzial, östlich am Hammacher bis zur Autobahn eine Fläche von 6,3 Hektar. In der Addition somit rund 12 Hektar brutto.

Einen Dienstleister ansiedeln

Gegenwärtig sind Teile der Immobilie Gut Herbeck vermietet, teils als Wohnraum, teils an einen gewerblichen Nutzer. „Die Unterhaltung ist nicht einfach,“ betont Friedrich von Hövel. Er selbst habe im zurückliegenden Jahr erheblich investiert. In einer Größenordnung von rund 150 000 Euro. Deshalb sei es sinnvoll, gemeinsam mit der Stadt Hagen zu überlegen, welche Nutzung für das Gut zukünftig möglich sei. „Vielleicht für einen Dienstleister.“ Einen Abriss, so versicherte er, werde es nicht geben.

 
 

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