Ein GMD lässt abstimmen

Allerbeste Freunde werden Oberbürgermeister Erik O. Schulz und Generalmusikdirektor Florian Ludwig in diesem Leben wohl nicht mehr. Seit der Verwaltungschef klare Kante signalisierte und die Abarbeitung der Sparbeschlüsse des Rates auch für Theater und Orchester ultimativ einforderte, lässt der Chef am Dirigentenpult kein gutes Haar mehr am Hagener Verwaltungschef. Vorzugsweise in den sozialen Netzwerken tummelt sich der erste Musikus der Stadt mit seinen Statements.


So jetzt auch zur Schulz-Nominierung für den „Musik-Gordi“. Das wenig rühmliche Etikett eines Fachmagazins möchte an das Gewissen verantwortlich Handelnder appellieren, den Blick für die Kultur nicht zu verlieren. „Der OB plant ab 2018 weitere 1,5 Millionen im Kulturetat einzusparen und dies mit einer neuen (ihm genehmen) Führungsmannschaft (Neuberufung von GMD und Intendant am Theater Hagen) durchzuziehen“, wird in der zweideutigen Begründung suggeriert, der OB habe die Spitze des Hauses aus strategischen Gründen rasiert. Dass der Hilchenbach-Vertrag in Wahrheit aus Altersgründen ausläuft und sich der GMD aus freien Stücken in eine Professur verabschiedet, wären im Rahmen dieser pointierten Nominierung offenbar nur hinderliche Fakten gewesen.


Ludwig selbst gibt sich über Facebook zunächst betroffen, dass Hagen auf dem Musik-Gordi-Podium wieder einmal wenig schmeichelhafte Aufmerksamkeit errege. Um im nächsten Atemzug seiner Leserschaft ans Herz zu legen, bei der Gordi-Online-Abstimmung gefälligst so zu votieren, dass in Hagen der gesellschaftliche Kultur-Kitt erhalten bleibe. Ein durchaus bemerkenswertes Gebaren eines Bediensteten in einem städtischen Tochterunternehmen gegenüber dem Chef.