Ehec-Sorge - Warnung vor wildem Baden in der Ruhr

Annika Rinsche
Nach Ehec-Funden in einem hessischen Bach warnt die Stadt Hagen vor wildem Baden in der Ruhr. Foto: Imago
Nach Ehec-Funden in einem hessischen Bach warnt die Stadt Hagen vor wildem Baden in der Ruhr. Foto: Imago

Hagen. Vor wildem Baden in der Ruhr und im Hengsteysee warnt die Stadt Hagen nach Ehec-Funden in einem Bach in Hessen nachdrücklich. Gerade im Sommer sei bei Hitze und sinkenden Pegelständen mit erheblicher Gesundheitsgefahr zu rechnen.

Eigentlich ist das Baden in der Ruhr nicht erlaubt, trotzdem halten sich längst nicht alle an das Verbot. Wildes Schwimmen könnte aber insbesondere in diesem Sommer schwerwiegende Folgen haben. Die Stadt Hagen warnt nachdrücklich vor Baden in natürlichen Gewässern, nachdem in einem Bach in Hessen der aggressive Ehec-Erreger nachgewiesen wurde. Von Schwimmen in Lenne, Volme, Ennepe und Ruhr sowie Harkort- und Hengsteysee rät die Verwaltung dringend ab.

„Bei den im Sommer herrschenden Temperaturen und den sinkenden Pegeln steigt die Konzentration von krankmachenden Mikroorganismen, möglicherweise auch Ehec, chemischen Inhaltsstoffen sowie Parasiten in den Gewässern zum Teil drastisch an, so dass beim Baden mit einer erheblichen Gesundheitsgefährdung zu rechnen ist“, warnen die Behörden.

Offizielle Badestellen werden regelmäßig überwacht

„Offene Gewässer sind grundsätzlich nicht hygienisch einwandfrei“, betont auch Stephan Malessa, Pressereferent des NRW-Umweltministeriums und rät grundsätzlich von wildem Baden ab. Die offiziellen Badestellen werden allerdings „regelmäßig von den Gesundheitsämtern überwacht. Hier kann unbedenklich gebadet werden“, teilt das Ministerium mit.

Grundsätzlich sei nicht auszuschließen, dass Ehec in Regionen mit einer größeren Anzahl infizierter Personen über das Abwasser in Flüsse gelangt. Zur Vorsorge hat das Landesumweltamt zwischenzeitlich im Auftrag des Umweltministeriums 20 Gewässer in Ostwestfalen-Lippe überwiegend unterhalb von Abläufen kommunaler Kläranlagen auf Ehec untersucht. Die Befunde waren alle negativ.

„Damit wird die Einschätzung des Umweltbundesamtes bestätigt, dass keine Anzeichen für ein erhöhtes Infektionsrisiko mit Ehec über Wasser vorliegen“, erklärt das NRW-Ministerium. Das gelte für Trinkwasser wie für den Kontakt mit offenen Gewässern.

Der Ruhrverband schätzt die Gefahr, sich beim Schwimmen mit Ehec zu infizieren, aufgrund der geringen Fallzahlen zwar als äußerst gering ein, warnt aber vor dem Risiko einer Durchfallerkrankung. Insbesondere die Ruhr sei kein ausgewiesenes Badegewässer. Vor allem bei starkem Regen können Abwässer ungereinigt in den Fluss gelangen. Sprecher Markus Rüdel verweist alle Badefreunde an die ausgewiesenen Badestellen an Bigge-, Henne-, Lister-, Möhne- und Sorpetalsperre. „Hier wird die Wasserqualität regelmäßig kontrolliert.“

Eine Karte der Badegewässer mit allen aktuellen Werten finden Sie hier: www.badegewaesser.nrw.de