Ebay-Betrug bringt Mann aus Hagen um ein Haar ins Gefängnis

Ein Mann aus Hagen hatte Apple-Telefone im Internet zum Verkauf angeboten - obwohl er überhaupt keines besaß.
Ein Mann aus Hagen hatte Apple-Telefone im Internet zum Verkauf angeboten - obwohl er überhaupt keines besaß.
Foto: dpa
Ein Mann aus Hagen hat mindestens 29 Mal I-Phones bei Ebay angeboten, obwohl er kein einziges besaß. Viele Kunden fielen darauf herein. Der Schaden: 14.000 Euro.

Hagen. Oberstaatsanwalt Wolfgang Rahmer gilt als Mann klarer Worte. Das Versteigerungshaus Ebay ist seiner Erfahrung nach „ein Internet-Portal, das mittlerweile zu einer Plattform für Hehler und Betrüger geworden ist.“ Wie auch dieser Fall beweist, der gestern vor dem Schöffengericht verhandelt wurde.

Der Angeklagte (23) ist heute Lagerarbeiter auf 450-Euro-Basis. Im Frühjahr letzten Jahres stand er vor den Trümmern seines jungen Lebens: Die Schule abgebrochen, eine Ausbildungsstelle nicht in Sicht, hatte er sich in der Selbstständigkeit versucht und war in die Pleite gerutscht.

Gebote aus ganz Deutschland

„Meine Shisha-Bar lief zunächst ganz gut. Bis 2013 das Gesetz mit dem Rauchverbot in Kneipen kam. Das war dann auch das Aus für die Wasserpfeifen“, seufzt er. Ein Schuldenberg von etwa 15 .000 Euro hatte sich bald danach vor ihm aufgetürmt, überwiegend Spielschulden: „Ich war arbeitslos, fütterte Tag und Nacht die Automaten in Spielhallen und Casinos.“ Der Angeklagte bezeichnet sich selbst sogar als „spielsüchtig“.

Für den nötigen Geldnachschub sorgte eine simple Betrugsmasche bei Ebay: Zwischen Mai und September vergangenen Jahres wurden von ihm im Internet-Auktionsportal regelmäßig I-Phones zur Versteigerung eingestellt, stets die neuesten Modelle. Der Hagener besaß in Wahrheit kein einziges Gerät. Aus ganz Deutschland gingen die Gebote ein: Drei, zwei, eins – meins.

Und es floss dafür auch richtig Geld: Mal 415 Euro, mal 535 Euro, mal 740 Euro. Insgesamt 29 arglose Bieter zahlten zusammen mehr als 14. 000 Euro. Gehört haben sie nie wieder was. Nur drei Kunden, die besonders hartnäckig geblieben waren, bekamen schließlich sogar ein Paket zugesandt – ausgestopft mit zerknülltem Zeitungspapier.

„Wie erklären Sie sich, dass Sie bei verschiedenen Geldinstituten insgesamt fünf Konten hatten?“, hakte Oberstaatsanwalt Rahmer nach. „Für jemanden, der keine eigenen Einkünfte erzielt, schon heftig.“

Heftig war auch die kurze Episode als Paketzusteller: Anstatt die Ware beim Kunden auszuliefern, behielt der Angeklagte zwei Apple-Notebooks für sich. Oder die Sache mit dem Tankbetrug: Volltanken – nicht bezahlen und davonrauschen.

Er stottert schon die ersten Raten ab

Wieder fand der Oberstaatsanwalt deutliche Worte. Rahmer: „Sie haben gemerkt, dass man mit Betrug sehr viel Geld machen kann.“

Der Angeklagte entging nur ganz knapp dem Gefängnis. Das Gericht unter Vorsitz von Albrecht Bogumil verhängte zwei Jahre Haft – ausgesetzt zur Bewährung. Dem Verurteilten wurde auferlegt, „den wirtschaftlichen Schaden nach besten Kräften wieder gut zu machen.“

Er hat bereits damit angefangen. An zwei geprellte I-Phone-Ersteigerer stottert er schon monatliche Raten ab: 20 Euro an den einen, zehn Euro an den anderen.

 
 

EURE FAVORITEN