Dr. Petra Kappe kandidiert in Breckerfeld

Dr. Petra Kappe tritt für die SPD in Breckerfeld als Bürgermeisterkandidatin an.
Dr. Petra Kappe tritt für die SPD in Breckerfeld als Bürgermeisterkandidatin an.
Foto: WP

Breckerfeld..  Sie ist so etwas wie der Gegenentwurf zum Kandidaten der CDU in Breckerfeld: naturgemäß, weil sie Sozialdemokratin ist. Aber auch weil sie eine Frau ist, weil sie nicht aus Breckerfeld kommt, weil sie nicht in einer Verwaltung gearbeitet hat und weil sie einer anderen Generation entstammt. Die Ennepetalerin Dr. Petra Kappe (53) tritt in der Hansestadt für die SPD bei der Bürgermeisterwahl am 13. September gegen Kämmerer André Dahlhaus (CDU) an. Das beschloss die Mitgliederversammlung der Partei am Donnerstagabend mit 19-Ja-Stimmen bei einer Gegenstimme.

„Dem neuen Bürgermeisterprofil entspricht Petra Kappe in idealer Weise“, hatte Peter Gerbothe, Vorsitzender der Breckerfelder SPD, den Parteimitgliedern die freie Journalistin und Ratsfrau aus Ennepetal wärmstens an die Genossen-Herzen gelegt und dabei die Berufs- und Lebenserfahrung der ehemaligen Politik-Redakteurin gelobt. „Wir brauchen jemanden, der in der Lage ist, wieder eine Kultur der kommunalen Verantwortungsgemeinschaft zu entwickeln“, so Gerbothe, „jemanden, dem die Menschen nach der Ära Baumann langfristig vertrauen.“ Ein Bürgermeister müsse für alle da sein, nicht nur für bestimmte Gruppen. Und das sei in der Vergangenheit, „wie viele von uns leidvoll erfahren haben“, nicht der Fall gewesen.

Angesichts der Probleme, die von außen über Breckerfeld hereinbrächen, aber auch mit Blick auf Förderkulissen von Bund und Land brauche es eine Bürgermeisterin mit bester Vernetzung in übergeordnete Entscheidungsebenen.

Petra Kappe selbst glaubt fest an einen Sieg im September: „Wenn wir alle an einem Strang ziehen, sind die Chancen so gut wie nie“, so jene Frau, die dem Umweltausschuss in Ennepetal vorsteht und die Geschäfte der Ratsfraktion führt. „Der gemeinsame Wille für eine gute Zukunft von Breckerfeld verbindet uns. Dafür brauchen wir eine sozial gerechte Politik.“ Dabei will sie an ihre Erfolge bei der Kommunalwahl in Ennepetal im letzten Jahr anknüpfen, bei der sie als SPD-Kandidatin einen traditionellen CDU-Wahlkreis direkt gewann. Breckerfeld biete beste Voraussetzungen für ein gelingendes Leben, erklärte Petra Kappe, Mutter einer erwachsenen Tochter. „Die Vereine stiften Heimat, das Ehrenamt ist eine tragende Säule. Darauf sind wir stolz.“ Gleichwohl müsse in Zukunft immer wieder auch Liebgewonnenes auf den Prüfstand.

Anstrengung lohnt

Aber: „Bund und Land müssen für mehr Gerechtigkeit sorgen. Ich werde nicht müde, das einzufordern. Wer Kommunen in den Ruin treibt, wird ein böses Erwachen erleben.“

Die nächsten acht Monate würden kein Zuckerschlecken, so Petra Kappe. „Aber die Anstrengung lohnt.“ Dabei setzen die Sozialdemokraten auch auf die Unterstützung anderer Parteien. „Wir werden konstruktive Angebote machen“, so Peter Gerbothe, „wenn es gelingt, die Anderen mit ins Boot zu holen, wird Petra Kappe nicht nur unsere Kandidatin sein.“

INFO:

Dr. Petra Kappe arbeitet derzeit als freie Journalistin und schreibt u.a. für den „Blog der Republik“.

Von 1989 bis 2012 war sie Redakteurin der Westfälischen Rundschau – lange Zeit in der Politik-Redaktion des überregionalen Teils, zuletzt in der Lokalredaktion im Südkreis.

Mitglied der SPD ist Dr. Petra Kappe seit 1979. 2014 wurde sie direkt in den Rat der Stadt Ennepetal gewählt, wo sie die Geschäfte der SPD-Fraktion führt.

Bei der Wahl zur Bürgermeisterkandidatin der SPD für die Stadt Ennepetal unterlag sie mit 40:60 Prozent gegen ihre Genossin Anita Schöneberg.

Seit 2006 erfüllt Petra Kappe Lehraufträge am Institut für Journalistik der TU Dortmund sowie am Erich-Brost-Institut für Internationalen Journalismus.

2010 promovierte sie an der Technischen Universität Dortmund.

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