Hagen

Douglas soll auch mit Finanzinvestor Familienunternehmen bleiben

Douglas-Käufer Advent lässt Verkauf von Sparten offen.
Douglas-Käufer Advent lässt Verkauf von Sparten offen.
Foto: dapd
Die Familie des Firmengründers Kreke will ihren Einfluss stärken und ihren Anteil an der Gruppe auf 20 Prozent steigern. Finanzinvestor Advent will die Kontrolle über den Konzern übernehmen und lässt Verkauf von Sparten offen. Sorgenkind bleibt weiterhin der Buchhandel Thalia.

Hagen. Die Gründer des Handelskonzerns Douglas wollen ihren Einfluss nach dem Einstieg des US-Finanzinvestors Advent stärken. "Meine Familie hatte bisher einen Anteil von 12,5 Prozent an der Douglas-Gruppe. Diesen Anteil werden wir jetzt ausbauen - im Idealfall auf bis zu 20 Prozent", sagte der Vorstandsvorsitzende der Douglas Holding, Henning Kreke, der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Damit bleibe Douglas "auch künftig ein Familienunternehmen".

Zuletzt hatte die Kreke-Familie mit dem Einstieg von Advent einen Streit mit Douglas-Anteilseignern wie dem Drogerieunternehmer Erwin Müller und dem Dr.-Oetker-Konzern für sich entschieden. Advent bietet 38 Euro pro Douglas-Aktie und will so die Kontrolle über den Konzern übernehmen.

Verkäufe von Töchtern nicht ausgeschlossen

Oetker und Müller sowie die Krekes haben bereits zugesagt, alle ihre Douglas-Anteile an eine Bietergesellschaft unter Führung von Advent zu verkaufen. Die Gründerfamilie will sich dann wiederum mit 20 Prozent an der Bietergesellschaft beteiligen und würde ihren Anteil an Douglas so über einen Umweg erhöhen. Das gesamte Geschäft kommt aber nur zustande, wenn Advent insgesamt 75 Prozent der Douglas-Aktien einsammeln kann.

Auch wenn der Deal gelingt, soll Douglas an der Börse bleiben, kündigte Kreke an. Man strebe "im Rahmen des freiwilligen Übernahmeangebots kein Delisting an, was wegfällt ist die Quartalsdenke", sagte er.

Zugleich hält sich Advent aber Verkäufe einzelner Geschäftsbereiche offen. "Ein Erfolgsrezept der Douglas-Gründerfamilie Kreke war sicherlich ihre aktive Portfoliostrategie", sagte der Frankfurter Advent-Geschäftsführer Ranjan Sen der "Wirtschaftswoche". In der Historie des Hagener Unternehmens seien immer wieder neue Teile dazugekommen und andere wurden abgegeben, sagte Sen. Diese Strategie "ist ein sehr vernünftiger Ansatz, den Advent weiter unterstützt".

Sorgenkind Thalia

Derzeit gehören zum Douglas-Konzern neben den gleichnamigen Parfümerien unter anderem die Juwelierkette Christ, der größte deutsche Buchhändler Thalia und die Hussel-Confiserien.

Vor allem Thalia bereitet Douglas derzeit große Probleme. Die Kette ist schwer angeschlagen und macht Verluste. "Bei Thalia stehen wir vor großen Herausforderungen. Aber das ist kein Thalia-Problem, sondern ein Branchenproblem", sagte Kreke. Allerdings komme die Sanierung gut voran: "Die Ergebnisse liegen bereits jetzt über dem Plan." (dapd)

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