Douglas-Chef Kreke dementiert Gerüchte über seine Ablösung

Henning Krekes Blick geht nach vorne: Er bleibe Douglas-Chef, so der Manager am Mittwoch bei einem Pressegespräch in Düsseldorf.
Henning Krekes Blick geht nach vorne: Er bleibe Douglas-Chef, so der Manager am Mittwoch bei einem Pressegespräch in Düsseldorf.
Foto: FUNKE Foto Services
  • Douglas-Chef dementiert Führungswechsel
  • Unternehmen will Online-Geschäft ausbauen
  • Kein Mischkonzern mehr

Düsseldorf/Hagen. Es riecht nach Karneval. Der mehr oder weniger diskrete Duft von Dosenbier und weinhaltigen Cocktails in Flaschen durchweht die Straßen Düsseldorfs. Während als Rotkäppchen, Löwe oder Teufel verkleidete Menschen den Start der neuen Session ekstatisch bejubeln, sitzt Douglas-Vorstandsvorsitzender Dr. Henning Kreke im feinen Zwirn im Industrie-Club Düsseldorf – in unmittelbarer Nähe zur Königsallee – und feiert eher nüchtern das „gute“ Ergebnis im abgeschlossenen Geschäftsjahr. Aber war da nicht was?

Ende vergangener Woche waren Gerüchte aufkommen, dass der Spitzenmanager abgelöst werde, dass der Chef des Hagener Unternehmens sozusagen bereits am 11.11. vor seinem persönlichen Aschermittwoch steht. Kreke schüttelt den Kopf: „Ich bin Vorstandsvorsitzender“, sagt er erst auf Nachfrage, „es gibt keine Überlegungen für einen Führungswechsel.“ Punkt. Aus.

Kein Mischkonzern mehr

Henning Kreke will keinen Zweifel daran lassen, dass er das Zepter wie Prinz Karneval fest in der Hand hält. Freilich über das Sessionsende hinaus. Kein neues Gesicht an der Unternehmensspitze, aber: „Douglas hat ein neues Gesicht bekommen.“ Der Mischkonzern Douglas ist Geschichte, der Übergang zum neuen Mehrheitsgesellschafter der Parfümeriekette (der britische Finanzinvestor CVC Capital Partners) wurde erst im vergangenen August vollzogen. Zu früh, um einen Gedanken an einen Börsengang zu verschwenden, findet Kreke: „Wir stehen doch erst ganz am Anfang der guten Partnerschaft.“

Aus dem Handelsunternehmen Douglas soll nach dem Willen des Vorstandschefs die Marke Douglas werden. Die rund um die Uhr für den Kunden da ist. So soll die Verzahnung der Filialen mit dem Online-Shop („die virtuelle Verlängerung der Ladentheke“) noch ausgebaut werden. Kreke verspricht sich viel davon: „Die Digitalisierung ist bei weitem noch nicht ausgeschöpft.“ Am Ende des Tages soll die „Multi-Channel-Strategie“ in „Omni-Channel“ übergehen: „Der eine Blick auf den Kunden“, so Kreke, „egal, in welchem Kanal.“

Der (eine) Blick auf Douglas, Europas größte Parfümeriekette - das soll auch in Zukunft für die Familie Kreke gelten. Der Gründerfamilie gehört 15 Prozent von Douglas. Ein „solider Anteil“ nach Auffassung von Henning Kreke. Man wolle diesen langfristig behalten - was nicht ausschließe, dass man „Möglichkeiten einer Aufstockung“ auslotet.

70 Prozent der Umsätze der Parfümeriekette werden im Heimatmarkt Deutschland und in Frankreich gemacht. Wachsende Märkte finden sich auch in den Niederlanden, Österreich, Polen und Italien. Der begeisterte Borussia-Dortmund-Fan Henning Kreke wechselt für einen kurzen Moment von der Marketing- in die Fußballersprache, um zu verdeutlichen, dass die bisherige Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist: „Wir wollen als tolles Bundesliga-Unternehmen in die Champions League aufsteigen.“

Zentrale bleibt in Hagen

Der Duft der weiten Welt. Trotz aller Internationalität will Douglas auch in Zukunft die Wurzeln nicht vergessen. „Wir sind ein Hagener Unternehmen“, sagt Kreke. Es gebe keine Überlegungen, den Standort der Zentrale und die dortige Mitarbeiterzahl in Frage zu stellen. Eine gute Nachricht für die westfälische Karnevalshochburg am 11.11.

 
 

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