Diskussion um Abfindung für Werkhof-Geschäftsführer im Hagener Stadtrat

Ralph Osthoff ist einer der Geschäftsführer des Werkhofs Hagen. Um seinen C-Geschäftsführer Johann-Peter Krause gibt es Ärger.
Ralph Osthoff ist einer der Geschäftsführer des Werkhofs Hagen. Um seinen C-Geschäftsführer Johann-Peter Krause gibt es Ärger.
Foto: WP
Hinter verschlossener Tür wurde die Diskussion im Stadtrat hitzig: Es ging um eine etwaige Abfindung für den Werkhof-Geschäftsführer, der abberufen werden soll. OB Dehm erklärte, von nichts zu wissen.

Hagen.. Wenn die Türen des Ratssaals für die Öffentlichkeit verschlossen werden, geht es mitunter seltsam zu. Am Donnerstag war es wieder so weit. Also Vorhang auf zu einem seltsamen Schauspiel, das sich noch zu einer wahren Tragödie entwickeln könnte.

Es war gleich der erste Punkt auf der Tagesordnung, der die Gemüter erhitzte. In den Hauptrollen: der Geschäftsführer der städtischen Tochter „Werkhof“, die der Hagener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft angegliedert ist, Oberbürgermeister Jörg Dehm als Verwaltungs-Chef und Sitzungsleiter, ein entfleuchter Beigeordneter sowie eine Handvoll aufgebrachter Politiker.

63 Jahre alt ist Johann-Peter W. Krause, der bislang gemeinsam mit Ralph Osthoff dem Werkhof vorsteht. Für 17 Mitarbeiter zeichnet Krause verantwortlich. Die Bilanzsumme der Stadttochter, die u.a. Arbeitslose qualifiziert, liegt bei 1 Million Euro, Krause kassiert für seine Tätigkeit beachtliche 94.000 Euro pro Jahr. Ein Gehalt, um das ihn Geschäftsführer weitaus bedeutenderer Stadttöchter beneiden.

Vertrag soll nicht verlängert werden

Nun läuft Krauses Vertrag aus und soll nicht mehr verlängert werden. Mitleid ist fehl am Platze, denn er fällt weich. Denn offensichtlich hat er ein Rückkehrrecht zu reduzierten, aber immer noch beachtlichen Bezügen.

Doch in der Stadtverwaltung scheint man so recht keine Verwendung für Johannes-Peter W. Krause zu haben. Also stand die Abberufung als Geschäftsführer mit den damit verbundenen Modalitäten auf der Tagesordnung. Krause soll auf sein Rückkehrrecht verzichten und zu Hause bleiben.

Keine Antwort auf einfache Frage

Weil aber nahe liegt, dass niemand freiwillig etwas aufgibt, was ihm im Grunde zusteht, kamen in der Ratssitzung Fragen auf: „Erhält Krause eine Abfindung von der Stadt?“ wollten die Politiker wissen.

Eine einfache Frage, auf die es keine Antwort gab.

Derjenige, der sie hätte geben sollen, zuckte mit den Schultern. Das wisse er nicht, gab Oberbürgermeister Dehm zu Protokoll. Sein Dezernent Dr. Christian Schmidt, Mitglied im Aufsichtsrat des Werkhofs, könne Auskunft geben. Dumm nur, dass dieser die Sitzung kurz zuvor verlassen hatte und erst zur anschließenden Weihnachtsfeier zurückkehrte.

Punkt verschwindet von Tagesordnung

Dass die bohrenden Fragen trotzdem nicht nachließen, darf durchaus als Zeichen für ein gewisses Misstrauen gegenüber dem Verwaltungschef gedeutet werden, der ja derartige Auflösungsverträge unterschreiben muss. Konsequenz: Jörg Dehm zog den Punkt von der Tagesordnung zurück.

Da saßen sie nun, die Vertreter der Parteien – mit Fragezeichen auf der Stirn. Denn weil der Vertrag von Johannes-Peter W. Krause schon am 31. Dezember endet, ist Druck im Kessel. Per Dringlichkeitsbeschluss soll nun entschieden werden. Ratsvertreter diverser Fraktionen müssen dafür ihre Unterschrift geben. Ohne genaue Kenntnis einer etwaigen Abfindung für Krause werden sie das kaum tun.

 
 

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