Der Stadt Hagen gehen die Gewerbeflächen aus

Mike Fiebig
Die Vermarktung des Gewerbegebiets Herbeck läuft auf Hochtouren.
Die Vermarktung des Gewerbegebiets Herbeck läuft auf Hochtouren.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Der Stadt Hagen gehen die Gewerbegebiete aus: In spätestens vier Jahren werde die Stadt keine Gewerbegebiete ohne Restriktionen mehr anbieten können, heißt es seitens der Hagen-Agentur.

Hagen. Obwohl die Hagen-Agentur sich für den Stand der Vermarktung des Gewerbegebietes Herbeck eigentlich auf die Schulter klopfen könnte, bleibt ein fader Beigeschmack. Denn wenn der letzte Quadratmeter in Herbeck vergeben sein wird, sind die städtischen Flächen zur Ausweisung von Gewerbegebieten nahezu aufgebraucht. „In spätestens vier Jahren werden wir in Hagen keine Gewerbegebiete ohne Restriktionen mehr anbieten können“, sagt Gerhard Schießer, Geschäftsführer der Hagen-Agentur.

Die positiven Nachrichten zuerst: Im rund 65.000 Quadratmeter großen Gewerbegebiet in Herbeck sind nur noch 9.600 Quadratmeter frei. 25.600 Quadratmeter sind verkauft, weitere 30.600 Quadratmeter reserviert. „Wir sind zufrieden mit dem Verlauf der Vermarktung“, sagt Michael Ellinghaus, Bereichsleiter Unternehmensservice bei der Hagen-Agentur.

Nach zähem Start ist also zügig Bewegung in das Gewerbegebiet gekommen. Nachdem der Bebauungsplan 2009 rechtskräftig geworden war, verzögerten zunächst Ausgrabungen von Archäologen des LWL die Bemühungen der Stadt und ihrer einstigen Wirtschaftsförderung, die freien Flächen zeitnah zu verkaufen. Später vermengte ein Unternehmen unsachgemäß Mutterboden mit tragendem Erdreich, was anschließend kostspielig und zeitaufwendig korrigiert werden musste.

Fünf Unternehmen haben gekauft

Seit Mitte vergangenen Jahres geht es steil bergauf. Fünf Unternehmen haben bereits Flächen in Herbeck gekauft. Der Federnhersteller Habighorst (momentan an der Hohenlimburger Straße angesiedelt), die Steuerberaterkanzlei Schindler und Gossmann (momentan in der Walzenstraße), eine Lagerhalle für den Gemüsehändler „Thomas’ kleiner Obststand“ (TKO), die Präzisionstechniker PTG (bislang Im Löhken) und der Fliesenhandel Lebeus, der hier eine Lagerhalle mit freiem Verkauf halten möchte.

„Alles schön und gut“, sagt Gerhard Schießer, „aber wir haben in Hagen momentan nur noch zwei Gewerbegebiete, die wir Interessenten anbieten könnten. In Herbeck und an der Volmarsteiner Straße in Vorhalle.“ Dort, wo das Unternehmen Burg (Schießer: „So eine Ansiedlung ist ein echtes Sahnehäubchen“) aktuell baut, sind noch 10.000 Quadratmeter zu vergeben.

70 Euro pro Quadratmeter

Laut Schießer gäbe es in Hagen zwar noch weitere Freiflächen, die sich aber nicht im städtischen Besitz befänden. Dort kann die Hagen-Agentur, die sich in diesem Bereich häufig dem Vorwurf der Untätigkeit ausgesetzt sieht, nur vermittelnd tätig werden. „Das betrifft zum Beispiel die Brandt-Brache, die Varta-Insel oder das durchaus attraktive Gelände an der Wandhofener Straße“, so Schießer, „es gibt in der Tat Grund, sich Sorgen zu machen.“ Einziger Lichtblick am Gewerbe-Horizont ist das rund 30.000 Quadratmeter große Areal an der Plessenstraße, das allerdings erst nach Bauende der Bahnhofshinterfahrung 2017/2018 verfügbar wird.

Die städtische Haushaltssituation lässt die Schaffung oder den Kauf weiterer Gewerbeflächen nicht zu. Selbst wenn die Mittel vorhanden wären, stünden die städtischen Bemühungen häufig den horrenden Preisforderungen vieler Grundstückseigentümer oder dem Diktat von Landesumweltminister Johannes Remmel gegenüber, der den weiteren Flächenverbrauch in den Kommunen stoppen will. Ein Quadratmeter in einem städtischen Gewerbegebiet kostet in Hagen durchschnittlich 70 Euro. Ellinghaus: „Es gibt Grundstückseigentümer, die bis zu 150 Euro erzielen möchten. Das ist völlig unrealistisch.“