Der Schock sitzt tief an der Berliner Straße

Haspe..  Der Schock sitzt noch immer tief. Dass die Schulverwaltung die Haupt- und die Realschule in Haspe auf ihre Streichliste gesetzt hat, hat die betroffenen Lehranstalten an der Berliner Straße ins Mark getroffen. „Meine Gedanken gehen noch immer wild durcheinander“, macht Ruth Schlünder, Leiterin der Hauptschule, aus ihrem Herzen keine Mördergrube.

Demographischer Faktor

Bekanntlich hatte das Schulamt in der vergangenen Woche die Gründung von zwei Sekundarschulen im Bezirk Mitte vorgeschlagen. Die beiden weiterführenden Schulen in Haspe würden aufgrund des demographischen Faktors langfristig überflüssig; nur wenn die Zahl der Anmeldungen im kommenden Frühjahr Bedarf für eine dritte Sekundarschule im Stadtgebiet erkennen lässt, könnte eine solche an der Berliner Straße gebildet werden. Die Haupt- sowie die Realschule würden darin aufgehen.

Dass ihre Schulen aber geschlossen werden sollen, wenn es bei den beiden Sekundarschulen in Mitte bleibt, haben die Hasper denn doch nicht erwartet. „Ich befinde mich im Dauerschockzustand“, so Birgitt Foth, Leiterin der Realschule, die als erklärte Anhängerin des bestehenden, dreigliedrigen Schulsystems gilt: „Ich hänge nun mal mit Verstand und Herz an der Realschule.“ Mit derzeit 400 Schülern ist die Lehranstalt bestens ausgelastet, im nächsten Schuljahr können bei 60 Anmeldungen wieder zwei fünfte Klassen an den Start gehen.

Für über 2 Mio. Euro saniert

Auch die benachbarte Hauptschule Ernst Eversbusch ist durch die Fusion mit der Hauptschule Heubing auf weit über 400 Schüler angewachsen und wird mit rund 40 Schülern zwei fünfte Klassen bilden. Zudem wurde das Gebäude vor zwei Jahren mit Mitteln aus der Ganztagsoffensive und dem Konjunkturpaket II für über zwei Millionen Euro renoviert, u.a. verfügt das Gebäude über eine nagelneue Mensa. Für Schulleiterin Schlünder ist aber vor allem der Identifikationsfaktor der beiden Schulen an der Berliner Straße maßgebend: „Für Haspe ist das hier enorm wichtig, es ist ein besonderer Stadtteil. Die Hasper sind ja eigentlich keine Hagener, sondern in erster Linie Hasper Menschen.“

In diesem Sinne plädiert sie weiterhin für die Einrichtung einer teilintegrierten Sekundarschule.

 
 

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