Der Nase nach quer durch den Stadtteil

Jürgen Zarnke mit seinem Buch über Wehringhausen Autor Jürgen Zarnke mit seinem Buch vor der Kulisse des Wilhelmsplatzes
Jürgen Zarnke mit seinem Buch über Wehringhausen Autor Jürgen Zarnke mit seinem Buch vor der Kulisse des Wilhelmsplatzes
Foto: WR

Wehringhausen.. Einige Jahrzehnte war es das Kultviertel, zur Zeit ist der Reiz des Besonderen mit dem Flair der Gründerzeit zu einem erheblichen Teil verflogen. Wehringhausen befindet sich am Scheideweg. Will es die Zukunft sichern, so muss ein Weg gefunden werden zwischen Bewahrung der Tradition und der Wiederbelebung der Wohnqualität durch Schaffung moderner Infrastruktur.

Die Diskussion ist längst entbrannt: Pro und contra Bahnhofshinterfahrung, Verhinderung einer Industriebrache auf dem Gelände von Schlachthof und Mark-E oder Einbindung der Ennepe als Erlebnis- und Naherholungsbereich. Eine echte Hilfe, eine dem Stadtviertel gerecht werdende Entwicklung zu erkennen und zu formen, kann ein Buch sein, dass jetzt Jürgen Zarnke unter dem Titel „Wehringhausen - Bilder und Dokumente“ veröffentlicht hat.

Immer der Nase nach quer durch den Stadtteil, den Geruch auch der Hinterhöfe in sich aufnehmen. Dieser erste Eindruck kann beim Leser entstehen, wenn er wie bei einem Krimi das Buch vom Vorwort bis zur letzten Seite liest. Das wird aber kaum geschehen. Viel zu reizvoll ist es zunächst, einfach mal zu blättern und dort intensiver nach zu schauen, wo interessante Motive zum Verweilen locken. Denn – zumeist farbige – Abbildungen bestimmen den Charakter des 194-seitigen Buches.

„Ich will nicht nur das schöne Wehringhausen mit blauem Himmel zeigen, sondern die Realität, die aber liebevoll.“ So fasst der Autor, der Maschinenbau und Industriefotografie studierte, seine Absicht zusammen, die er mit seinem Buch verfolgt. Seit 1968 befasst sich der 62-jährige mit der Kunst- und Kulturgeschichte vor allem von Wehringhausen und Haspe. Er hat in den Jahrzehnten eine große Sammlung aufgebaut und neben seinen Veröffentlichungen auch Führungen durch die verschiedenen Wohnbezirke durchgeführt.

Die bilden das Gerüst des Buches. Das erste Kapitel führt vom Hauptbahnhof zur Schwenke. Alte Postkarten, historische Pläne, Schwarz-weiß-Fotografien, Zeitungsausschnitte, Briefköpfe und natürlich auch aktuelle Fotos spiegeln die Entwicklung wieder, die Wehringhausen seit 1848 verändert hat. In knappen klaren Sätzen werden die Illustrationen erläutert. Das Gleiche gilt ebenso für die anderen Kapitel, die sich hinauf bis zum Stadtwald bewegen, das Zentrum an der Lange Straße darstellen, die weiteren Wohn- und Gewerbegebiete erfassen und schließlich auch einen Blick auf den Kuhlerkamp werfen.

Erinnerungen wecken

Für die Wehringhauser „Ureinwohner“ wird der Band so manche Erinnerung wecken. Für den Liebhaber dieses Stadtviertels verdeutlicht er die bisher erfolgten sowie die aktuellen Veränderungen, und er bietet eine Grundlage für eine städtebauliche Perspektive, die die gewachsene Geschichte von Wehringhausen berücksichtigt.

Jürgen Zarnke bietet das selbst verlegte Buch, dem im Laufe des nächsten Jahres auch Bände über Westerbauer und Haspe folgen sollen, für 33 Euro im Bürgerladen Wehringhausen, Lange Straße 22, an. Erhältlich ist es zudem beim Autoren: Jürgen Zarnke, Lange Straße 105, Telefon 02331-49508, juergen-zarnke@t-online.de.

 
 

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