Demag-Belegschaft bangt um Jobs

Wetter..  Besorgnis erregende Gerüchte machen in Wetter die Runde: Bei Demag/Terex soll am heutigen Donnerstag ein massiver Stellenabbau verkündet werden, bis zu 170 Mitarbeiter könnten davon betroffen sein, nachdem in den letzten Monaten diverse Führungskräfte aus verschiedenen Bereichen freigestellt worden seien.

Soll, könnte, Gerüchte. Fakt ist: Um 13 Uhr beginnt heute in der Kantine laut IG Metall eine außerordentliche Betriebsversammlung. Aus Reihen des Betriebsrates selbst hieß es, dass dies die dritte von vier regulären Jahresversammlungen sei, die aber vorgezogen werde. Auf der Tagesordnungspunkt: Stellenabbau im Werk in Wetter, was in dieser Zeitung Anfang Mai bereits angeklungen war.

In Wetter sind aktuell insgesamt etwa 1500 Mitarbeiter bei der Terex Material Handling & Port Solutions (ehemals Demag Cranes AG) beschäftigt. Die warten heute auf Aussagen von Steve Filipov, bei Terex CEO und „President“ des Segments. Der zweithöchste Mann im Konzern hat sein Kommen aus den USA angekündigt, um über Restrukturierungsmaßnahmen Auskunft zu geben.

In „mehreren Wellen“ hätten die Betriebsräte im Sommer Gespräche über die Zukunft des Werkes in Wetter geführt, daher werde es heute auch um „unangenehme Fragen“ gehen. Aus den Reihen des 17-köpfigen Betriebsrates in der Ruhrstadt verlautete vor der heutigen Versammlung: „Wir sind im höchsten Maß besorgt.“ Insgesamt seien die Parteien aber kooperativ an die Gespräche herangegangen.

Für die IG Metall ist im Vorfeld klar: „Wir wollen einen Stellenabbau verhindern, diese Gerüchte sind natürlich schlecht für das Betriebsklima und das Vertrauen in das Unternehmen“, sagt Jens Mütze.

Der 1. Bevollmächtigte der IG Metall in Hagen verweist auf den bis 2014 geltenden Zukunftstarifvertrag, der eine Standortsicherung und keinen Abbau von Arbeitsplätzen beinhaltet. In einem Interview am Jahresanfang 2013 hatte Filipov noch an einem seiner ersten Arbeitstage gesagt, dass die Job-Garantien bei Demag Bestand haben. Allerdings enthält der Zukunftstarifvertrag eine Revisionsklausel, dass bei erheblich schlechter wirtschaftlicher Lage Gespräche stattfinden können. Die gab es in den letzten Wochen.

Rückläufigkeit im Geschäftsbericht

Zudem ist im Geschäftsbericht für 2012 für die Demag Cranes AG oft von „rückläufig“ die Rede, etwa bei den Wachstumsraten von Kran-Aufträgen und im Segment Material Handling. Das habe am anhaltenden Preiswettbewerb, an Überkapazitäten, vielen Mitbewerbern und der Finanzkrise gelegen. „Auftragseingang und Umsatz entwickelten sich ... verglichen mit der entsprechenden Periode des Vorjahres (erstes Geschäftsquartal 2011/2012) rückläufig.“

Jens Mütze wiederum geht davon aus, dass Terex/Demag ein wirtschaftlich gesundes Unternehmen mit guten Strukturen sei und hochmodern sowie effizient arbeite. Der Metaller verweist auch darauf, dass die Demag-Belegschaft in Wetter in den letzten Jahren viel Flexibilität gezeigt habe. Anfang 2012 einigten sich 84 Angestellte in Wetter auf den Eintritt in eine Transfergesellschaft, einige von ihnen gingen in Altersteilzeit. „Daher erwarten wir, dass nun in Wetter Klartext gesprochen wird, noch haben wir als Verhandlungsführer kein Angebot für Gespräche erhalten“, so Mütze.

 
 

EURE FAVORITEN