Debatte um das Klo erhitzt die Gemüter

Foto: imago

Haspe.. Die Klofrage beschäftigt die Stadt. Während in der Mitte ein neuer Luxus-Lokus für die kleinen und großen Geschäfte des Lebens gebaut wird, steht das stille Örtchen in Haspe auf der Kippe. Die Toilettenanlage soll dem Rotstift zum Opfer fallen.

Angesichts der Finanznot soll die Toilettenanlage an der Vollbrinkstraße dem oberbürgermeisterlichen Rotstift zum Opfer fallen. Das bringt die Hasper Bezirksvertreter auf die Palme. Formal lehnten sie den Sparvorschlag 23.012 ab.

Denn: Jahr für Jahr spült das öffentliche Klo – wenn auch auf Umwegen – Bares in die Stadtkasse. Zur Gegenfinanzierung des Betriebs des stillen Orts waren einst acht großflächige Webetafeln in der Stadt aufgestellt worden. Ein ähnliches Modell soll übrigens die neue Anlage im Volkspark finanzieren (unsere Zeitung berichtete).

Klo-Debatte füllt Ordner

Seit 1995 überweist die heutige Deutsche Städte Medien (DSM) dafür brav Geld. Das auch floss, als die Anlage für rund drei Jahre außer Betrieb war, nachdem ein Schüler mit einem gekaperten Reisebus das Klohaus demoliert hatte, wie Ex-Bezirksbürgermeister und Ratsherr Jochen Werber zu berichten wusste.

„Bis heute kassiert die Stadt für das Klo Geld“, echauffierte sich Bezirksbürgermeister Dietmar Thieser (SPD), „aber die Verwaltung nimmt diese Bezirksvertretung nicht ernst.“ Ganze Ordner mit Unterlagen habe man der Kämmerei übergeben, aus denen hervorgeht, dass der Betrieb der Toilette gegenfinanziert sei. „Aber eine saubere Vorlage mit Einnahmen und der einst kassierten Versicherungssumme kriegt die Verwaltung nicht hin.“

Von mangelndem Fingerspitzengefühl bei den Sparvorschlägen war die Rede. Und von einer Protestwelle, die Thieser organisieren will, sollte die Verwaltung am Ziel des Klo-Abbaus festhalten.

„Ausdruck des Abscheus“

Ach ja: Abgelehnt wurde auch der Verwaltungsvorschlag, zur Finanzierung des Mitte-Lokus der DSM auch in Haspe fünf Werbeflächen zur Auswahl anzubieten. „Mit dem Ausdruck des Abscheus“, wie es Thieser ausdrückte.

Einen Schritt weiter ist man in Haspe, was die Schließung von Spielplätzen angeht. Bremker Weg, Vollbrinkstraße, Markanaplatz und Dammstraße sollen nach dem Willen der Bezirksvertreter abgebaut werden. Am Mühlenwert soll eine Übernahme durch den Moscheeverein angestrebt werden. Büddingwiese soll geschlossen werden, wenn nicht der Friedhof auf diesem Areal erweitert wird. Abgelehnt wird zunächst einmal grundsätzlich der Verkauf der frei werdenden Flächen. Somit will sich die BV ein Mitspracherecht im Einzelfall sichern.

 
 

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