Debatte über garantiertes Grundeinkommen

KAB Bezirk Hagen-Iserlohn-Menden-Witten tagt in Hohenlimburg im Petrus Canisius Haus. Blick in den Saal
KAB Bezirk Hagen-Iserlohn-Menden-Witten tagt in Hohenlimburg im Petrus Canisius Haus. Blick in den Saal
Foto: privat

Hohenlimburg..  Einmal im Jahr lädt der KAB Bezirk Delegierte aus dem Einzugsbereich Hagen-Iserlohn-Menden-Witten zu Diskussionen und Wahlen. Diesmal hatten die Verantwortlichen der katholischen Arbeitnehmer Bewegung nach Hohenlimburg eingeladen. „Sinnvoll leben“ war hier im Petrus Canisius Haus das Thema.

Bezirksbürgermeister Hermann Josef Voss richtete persönlich ein Grußwort an die 60 Delegierten und riss mit ein paar Gedanken das Thema an: „Ein Grundthema mit der sich Gesellschaft und Politik auseinandersetzen muss.“ Die neue Bundesvorsitzende der KAB, Regina-Dolores Stieler-Hinz, griff die Anregung auf. „Heute muss sich alles rechnen“, stellte sie fest. Dennoch boomt die Frage nach sinnvollem Leben. Sie regte an über neue Formen der Arbeit nachzudenken. Dabei meint sie eine Tätigkeitsgesellschaft „bei der jeder und jede tun kann, was für sie bzw. ihn wichtig ist“. Das von der KAB favorisierte Thema der Grundsicherung brachte sie erneut ins Gespräch. Ein garantiertes Grundeinkommen, das allen die Existenz sichert.. „Ein Leben ohne Existenzängste“ ist ihre Vorstellung. Dies würde die Pflegearbeit, Freiwilligenarbeit und Familienarbeit wertschätzen. Die Gefahren seien ihr durchaus klar, erklärte die engagierte Christin: „Die Wirtschaft würde die Kontrolle über die Arbeitenden verlieren.“ Ein erster Schritt in diese Richtung ist für die Bundesvorsitzende der KAB „eine 30-Stunden-Woche mit vollem Lohn“.

Mit dieser Forderung traf sie bei Jochen Marquardt, Geschäftsführer beim DGB, auf offene Ohren. „Ich glaube wir müssen die Arbeit teurer machen“, ist er überzeugt und: „Arbeitszeitkürzung ist da ein Weg“. Er formulierte es schlagwortartig: „Wir brauchen mehr kurze Vollzeit und weniger Teilzeit“, und unterlegte diese Forderung mit entsprechenden Zahlen. Auch sein Blick ging in die Zukunft. Mehr Demokratie, andere Vermögensverteilung waren seine Themen. Und natürlich „Arbeit“ und „arbeitsfreie Zeiten“ an Sonn- und Feiertagen. „Da sind wir nah beieinander“, stellte mit Blick auf die katholischen KAB-Streiter fest.

„Der andere bleibt zu Hause“

Auch für den dritten Impulsgeber, Rene Röspel, Mitglied der SPD und Mitglied im Bundestag, bleiben Fragen offen. Die Gedanken des Grundeinkommens hat er für sich noch nicht abschließend geklärt. Er vermutet, dass dann „der eine zur Arbeit gehe und der andere zu Hause bleibe.“

In der anschließenden Diskussionsrunde gaben die KAB-Delegierten Fragen und ihre Impulse an die drei Gäste weiter. Eine der katholischen Vereinsmitglieder warf die Frage auf, wie es möglich sei, dass für ein Brot Mehrwertsteuer gezahlt werden muss, bei Geldgeschäften an der Börse nichts. Der Politiker Rene Röspel antwortete darauf, dass „die Transaktionssteuer im Koalitionsvertrag stehe“.

 
 

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