Dauerparker

Seit Weihnachten steht der Mercedes der B-Klasse mit Hammer Kennzeichen an der Weststraße und ist seitdem nicht einen einzigen Meter vor- oder zurückbewegt worden. Besitzer ist ein 73-jähriger Mann, der am zweiten Weihnachtstag zu tief ins Glas geschaut hatte, die Orientierung verlor und schließlich in Vorhalle strandete. Dort fand ihn ein Passant neben dem Auto auf dem Asphalt schnarchend, offenbar schlief er seinen Rausch aus.


Die herbeigerufenen Polizeibeamten taten nichts anderes als ihren Job, als sie dem nicht nur schlaftrunkenen Mann die Weiterfahrt untersagten und den Führerschein konfiszierten. Er musste sein Auto an Ort und Stelle zurücklassen und hat seitdem keinen Versuch unternommen, es nach Hause zu holen. Vielleicht hat er den Standort des zwei Jahre alten Wagens schlicht vergessen. Vielleicht denkt er auch, einen besseren Dauerparkplatz könne er gar nicht finden. Vielleicht will er das Vehikel erst dann aus Vorhalle wegfahren, wenn er den Führerschein zurückerlangt hat.


Oder das Auto bleibt bis zum Sankt Nimmerleinstag auf dem Parkstreifen unweit der Frittenhütte stehen. Wenn ein Wagen angemeldet ist, wenn er ordnungsgemäß und ohne den Verkehr zu behindern abgestellt wurde, kann man ihn parken, wo man will und so lange wie man will.

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