Das hellere Licht frisst weniger Energie

Breckerfeld..  Das Tageslicht findet seinen Weg durch die kleinen Fenster. Die Gaslampen unter der Decke tun ihr Übriges. Und trotzdem schüttelt Alexander Radukic den Kopf, als er die Werte von seinem Messgerät abliest. „Auf keinen Fall ausreichend für diesen Arbeitsplatz“, sagt er über den Schreibtisch mit Rechner, der in der Lagerhalle steht. „Und im Moment scheint ja draußen noch die Sonne.“

Radukic arbeitet für die Firma Trilux. Und er verspricht: Mit neuer Beleuchtung wird es in der Halle heller, die Energiekosten sinken, und obendrein profitiert die Umwelt.

Der Firma Stafi geht ein Licht auf. Und das ist nur einer der Effekte, den das Programm Ökoprofit hat. Das hat die Wirtschaftsförderungsagentur EN in Kooperation mit der AVU aufgelegt. „Und wir sind das einzige Unternehmen aus Breckerfeld, das mitmacht“, sagt Arthur Badura, Geschäftsführer des Handelsunternehmens, das zum nordfranzösischen Familienunternehmen Delcorte S.A. gehört und Stahlfittings mit Gewinden zwischen Belfast, Helsinki, Moskau und Thessaloniki vertreibt. Produkte, wie sie beispielsweise in der Petrochemie, im Bergbau oder für Waggons verwendet werden.

Umweltgedanke auf dem Vormarsch

Jetzt ist in der Breckerfelder Firma mit 14 Mitarbeitern der Umweltgedanke auf dem Vormarsch. „Durch das Programm gelangt man an Informationen, die einem so gar nicht bewusst werden“, sagt Arthur Badura. „Vielleicht auch, weil sie im Alltag untergehen.“

So sind es oft viele Kleinigkeiten, die zusammen einen ökologischen, aber auch ökonomischen Effekt ergeben. Beispiel: „Ein Berater der AVU war bei uns“, erzählt Badura, „wir haben unsere Energie-Tarife analysiert und festgestellt: Allein durch eine Umstellung sparen wir acht bis zehn Prozent an Kosten.“

Eine Schallschutzhaube für einen lauten Kompressor, neue Leitungen, eine optimierte Mülltrennung, der Tausch der Nachtspeicherheizung gegen eine moderne Brennwerttherme im Bereich des Lagers, eine neue Therme im Bürogebäude, LED-Technik statt Leuchtstoffröhren – das sind weitere Maßnahmen, die Stafi angegangen ist und angehen will. „Dabei geht es nicht nur um ökologische Belange“, sagt Badura, „im Vordergrund stehen auch die Mitarbeiter. Wir wollen, dass sie sich an ihren Arbeitsplätzen wohlfühlen.“ Ein weiterer Effekt: „Unsere Leute erkennen, dass wir sinnvoll in Dinge investieren, die den Arbeitsalltag erleichtern“, erklärt Arthur Badura.

Sicherheit für den Standort

Dahinter stecke das große Ziel, den Standort Breckerfeld zu sichern und so zu gestalten, dass er wettbewerbsfähig bleibe. Denn von hier aus werden in jedem Jahr rund 500 Kunden europaweit bedient.

Es sind Unternehmen aus verschiedensten Bereichen und aller Größen, die im Ennepe-Ruhr-Kreis an Ökoprofit teilnehmen. Das Wittener Möbelhaus Ostermann ist ebenso darunter wie die Klinik Königsfeld. „Der Austausch mit anderen ist reizvoll und macht Sinn“, sagt Arthur Badura. „Zum einen merkt man, dass das eigene Unternehmen in Sachen Ökologie und Effizienz so schlecht nicht aufgestellt ist. Zum anderen sind die Probleme der Teilnehmer oft ähnlich. Man kann eine ganze Menge voneinander lernen.“

Vieles von dem, was sich die Unternehmen im Zusammenhang mit Ökoprofit vornehmen, wird gefördert. „Zum Teil aus Töpfen, von deren Existenz man gar nicht wusste“, sagt Arthur Badura. „Wenn zum Teil eine Unterstützung in Höhe von 30 Prozent der Kosten fließt, dann ist das für unser Unternehmen eine Hausnummer.“

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