Das Ergebnis des „Modal Split“ ist ernüchternd

Dortmund.  Zwölf Prozent Radverkehrs-Anteil in Dortmund bis 2015 bleiben wohl ein Traum. Die Stadt räumt ein, das große verkehrspolitische Ziel verfehlt zu haben – und muss sogar zugeben, dass der bisher angenommene Radler-Anteil von zehn Prozent am Verkehrsaufkommen offensichtlich zu hoch gegriffen war.

Grundlage für die neuen Erkenntnisse ist eine Befragung Dortmunder Haushalte im September und Oktober vergangenen Jahres. Sie sollte ermitteln, welche Verkehrsmittel für die täglichen Wege genutzt werden. Das Ergebnis ist ernüchternd: Ergab der sogenannte „Modal Split“, also die Verteilung der Verkehrsmittel, im Jahr 2005 einen Anteil von 9,9 Prozent für das Fahrrad, waren es jetzt nur 6,4 Prozent.

Stichtage

Allerdings seien die beiden Befragungen von 2005 und 2013 nur bedingt vergleichbar, heißt es im Bericht der Verwaltung. So sei durch die Art der Befragung der Anteil der Fußgänger damals geringer erfasst worden. Außerdem habe es sich bei den Stichtagen im Jahr 2005 um Tage mit ausgesprochen gutem Radfahr-Wetter gehandelt. Insofern scheine der Wert für 2005 mit einem Radverkehrs-Anteil von 10 Prozent „aufgrund hervorragender Wetterbedingungen zu positiv gewesen zu sein“, erklären die Experten.

Die Verkehrsplaner versuchen vor diesem Hintergrund, in ihrer Vorlage für die Politik gegen den naheliegenden Eindruck anzuschreiben, der Radverkehrsanteil sei gegenüber 2005 weiter zurückgegangen. Das Minus beim Modal-Split sei vor allem auf einen Rückgang bei den Freizeitwegen (von 13 auf weniger als 6 Prozent) zurückzuführen, während der Radverkehrsanteil an den täglichen Wegen etwa zur Arbeit nach den Ergebnissen der Befragung durchaus zugenommen habe. Er bleibt allerdings bei einem Anstieg von 5,9 auf 6,8 Prozent auf sehr bescheidenem Niveau. Klar ist: „Der angestrebte Radverkehrsanteil von 12 Prozent konnte nicht nachgewiesen werden.“

Nur bescheidene Fortschritte gibt es auch bei der Bewertung der Radfahr-Bedingungen in Dortmund. 2005 gab es von den Befragten eine Durchschnitts-Schulnote von 3,48 – also ein schwaches „befriedigend“ – für die Radfahr-Freundlichkeit. 2013 vergaben die Befragten im Durchschnitt die Note 3,2. „Im Vergleich zu den Ergebnissen aus der Untersuchung 2005 haben sich die Bedingungen für das Radfahren in der Wahrnehmung der Bevölkerung verbessert“, heißt es dazu in dem Bericht der Verwaltung.

Auto-Orientierung

Die Verkehrsplaner trösten sich ansonsten damit, dass der Anteil umweltfreundlicher Verkehrsmittel nach den Ergebnissen der Befragung insgesamt weiter gestiegen und der Anteil des Autoverkehrs zurückgegangen ist – von knapp 50 Prozent im Jahr 2005 auf etwa 47 Prozent in 2013. „Die Haushaltsbefragung hat gezeigt, dass die Anstrengungen der Stadt Dortmund zur Förderung einer umweltfreundlichen Mobilität weiter Wirkung zeigen.

Die Auto-Orientierung geht zurück und die klimafreundlichen Verkehrsmittel legen weiter zu.“ Insgesamt gebe es aber noch „deutliches Potenzial für den Rad- und Fußverkehr“ vor allem in den Außen-Stadtbezirken.

 
 

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