Dahler wollen Tempolimit, scheitern aber an Bürokratie

Der letzte große Unfall an der Dahler Straße: Ein Polo war in einen Blumenladen gekracht. Politiker fordern jetzt ein Tempolimit an der Bundesstraße 54.
Der letzte große Unfall an der Dahler Straße: Ein Polo war in einen Blumenladen gekracht. Politiker fordern jetzt ein Tempolimit an der Bundesstraße 54.
Foto: WP
Zuletzt war ein Polo in das Schaufenster eines Blumenladens gekracht. Politiker aus der Bezirksvertretung fordern nun ein Tempolimit für die Bundesstraße 54. Doch sie scheitern an der Bürokratie. Denn es ist bislang noch nicht genug passiert. Es müssen erst weitere Unfälle folgen.

Hagen-Dahl.. Wenn man es böse betrachten will, geht diese Gesichte so: Nur noch zweimal muss am besten in diesem, spätestens aber Anfang nächsten Jahres, in der Kurve im Dahler Ortskern ein Auto mit überhöhter Geschwindigkeit auf die Gegenfahrbahn geraten und dann entweder mit einem entgegenkommenden Fahrzeug zusammenstoßen oder aber erneut in den Blumenladen an der Ecke schleudern, dann gibt’s ein Tempolimit.

So, wie es erst am 23. Juli der Fall war, als der Fahrer eines Polos die Kontrolle verlor. Wobei selbst dieser Unfall nicht als Paradebeispiel herhalten kann. Er ist zwar am richtigen Ort passiert, aber Ursache muss nicht unbedingt das Tempo gewesen sein.

Geschwindigkeit auf 40 km/h reduzieren

Was sich dahinter verbirgt, ist ein Ansinnen, das die Vertreter der Bezirksvertretung Eilpe/Dahl schon seit Längerem beschäftigt. Die Politiker wollen gerne die zulässige Höchstgeschwindigkeit im Bereich der Kurve reduzieren. Von Tempo 40 ist die Rede.

Autos parken an der Bundesstraße 54 links und rechts der Fahrbahn. Wer aus Richtung Priorei kommt, kann nicht erkennen, was ihn hinter der Kurve erwartet: eine Ampel, die nicht selten Rückstaus verursacht, und eine Bushaltestelle, an der Linienbusse stehen, deren Fahrer ebenfalls nicht um die Kurve herum, bevor sie sich in den Verkehr einfädeln.

"Was muss denn geschehen, damit wir hier das Tempo heruntersetzen?"

„Eigentlich habe ich ja gerne Recht“, so Bezirksvertreter Eckhard Jobst (SPD) mit Blick auf den Kleinwangen im Blumenladen und seine einst ausgesprochene Warnung. „Aber manchmal ärgere ich mich auch. Lastwagen, die mit 50 angefahren kommen, geraten hier regelmäßig in den Gegenverkehr. Was muss denn geschehen, damit wir hier das Tempo heruntersetzen?“

Einst, so Stefanie Wiener vom Ordnungsamt, habe an dieser Stelle sogar Tempo 40 gegolten. „Im Jahr 2000 haben wir auf Anweisung der Bezirksregierung in Arnsberg die Schilder wieder entfernen müssen“, so Stefanie Wiener. Was auch daran liege, dass es sich bei der Ortsdurchfahrt um eine Bundesstraße (B 54) handele. Rein rechtlich sind der Frau vom Amt die Hände gebunden sind: „Handeln kann man nur an einem Unfallschwerpunkt. Dafür braucht es drei Unfälle gleichen Typs innerhalb eines Jahres.“

Dass sich die noch nicht ereignet hätten, sei reines Glück, erklärte Peter Neuhaus (CDU), der von seinem Balkon aus direkt auf die Kurve blicken kann.

 
 

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