Computer-Kunst ziert Auditorium

Ulrich Schumacher (links) und Rouven Lotz vor der Schwarz-Weiß-Grafik des Computer-Künstlers Zdeněk Sýkora.
Ulrich Schumacher (links) und Rouven Lotz vor der Schwarz-Weiß-Grafik des Computer-Künstlers Zdeněk Sýkora.
Foto: WP Michael Kleinrensing
  • Das Emil-Schumacher-Museum freut sich über eine Schenkung.
  • Eine Schwarz-Weiß-Grafik aus dem Nachlass des Computer-Künstlers Zdeněk Sýkora ziert nun das Auditorium.
  • Das Kunstwerk hat einen fünfstelligen Wert.

Hagen-Mitte.. Optisch wirkte das Auditorium im Kunstquartier bislang recht kühl und nüchtern. Weiße Wände, Stehpult, Stühle – das war’s. Doch die Zeit der sterilen ­Atmosphäre ist vorbei – dank einer Schenkung, die nun eine der großen Wände schmückt.

Die Rede ist von den Serigrafien „Schwarz-weiße Struktur“ des tschechischen Künstlers Zdeněk Sýkora. „Im Auditorium ist es schwierig, Gemälde aufzuhängen, da der große Saal von den Ordnerkräften nicht beaufsicht wird. Doch bei der Sýkora-Schenkung handelt es sich um eine Grafik hinter Glas“, erläutert Museumsdirektor und Stifter Ulrich Schumacher.

Zum Hintergrund: Zum Dank für die Ausstellung „System und Kraft der Linie“ des tschechischen documenta-Teilnehmers Zdeněk Sýkora (1920-2011) im Emil-Schumacher-Museum von August 2015 bis Februar 2016 hat die Witwe des Künstlers, Lenka Sýkorová, dem Hagener Museum diese großzügige Schenkung überlassen. Es ­handelt sich dabei um acht Blätter, die in den Jahren 1967 bis 2009 entstanden sind. „Die Grafiken waren im Rahmen der ,Linien’-Ausstellung nicht zu sehen. Sie kommen direkt aus Prag“, berichtet Rouven Lotz, wissenschaftlicher Leiter, stolz. Die Serigrafien, die einen Wert im fünfstelligen Euro-Bereich haben, wurden inzwischen gerahmt und im Auditorium des Kunstquartiers aufgehängt.

Zdeněk Sýkora hat auf dem Gebiet der abstrakten und angewandten Kunst Bleibendes geleistet. Er ließ die ersten Computer, die es in der damaligen Tschechoslowakei überhaupt gab, zu Mitgestaltern seiner Werke werden und begab sich dadurch auf einen ganz neuen Weg in der Kunst. „Er trat als Künstler hinter seinem Kunstwerk zurück“, konkretisiert Lotz.

Berechnung nach Formel

Die Komposition der kleinteiligen schwarz-weißen Strukturen basiert auf einer komplizierten Formel zur Berechnung von Gemälden, die der konstruktivistische Maler in den 1960er-Jahren entwickelt hatte. Zur Erleichterung des Rechenvorgangs nutzte Sýkora einen der ersten Computer, den die Karls-Universität in Prag besaß. Aus diesem Grund zählt er bis heute zu den Pionieren der so genannten Computerkunst.

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