Comeback des Jahres

Es handelt sich bloß um die schnöde Personalie einer Ortsunion. Aber irgendwie fühlte es sich an wie das Comeback des Jahres, ein Paukenschlag für die Hagener CDU: Helmut Diegel (57), ehemaliger Kreisvorsitzender (1992 bis 2005), 20 Jahre CDU-Landtagsabgeordneter (1985 bis 2005), in der Ära Rüttgers Regierungspräsident in Arnsberg (2005 bis 2010) und heute Hauptgeschäftsführer der IHK in Bochum, bildet zusammen mit dem JU-Vorsitzenden Lars Vogeler das neue Führungsduo der CDU Emst.

Vordergründig zunächst einmal ein Ehrenamt, mehr nicht. Aber wer die parteiinternen Verwerfungen, Anfeindungen und Zerwürfnisse der vergangenen Monate verfolgt hat, der ahnt, dass daraus mehr entstehen kann. Denn Diegel gilt als ein findiger Polit-Profi, der immer seine Optionen zu nutzen wusste.

In der CDU Emst wurde die anhaltende Unzufriedenheit mit dem Kurs des Kreisvorstandes in diesem Jahr besonders offenkundig. Als die größte und einflussreichste Ortsunion letztlich sogar die Giousouf-Nominierung offen kritisierte, nahm Marc Silbersiepe, inzwischen Ex-Emst-Vorsitzender und enger ­Christoph-Purps-Unterstützer, frustriert seinen Hut.

Jetzt also ein neues Emster Führungsteam: Wer den wiederholt von der Parteispitze verhinderten JU-Chef und den mit Hagen privat und sportlich weiterhin tief verwobenen Ex-Parteichef kennt, ahnt bereits, dass hier zwei Gestalter, keine ergebenen Verwalter das Heft in die Hand nehmen.

Die Hagener SPD dürfte diese Entwicklung übrigens mit einer gewissen Erleichterung aufnehmen. Denn ausgerechnet aus Reihen der Genossen war ursprünglich der Wunsch an Diegel herangetragen worden, mit seiner Rückkehr auf das Hagener Parkett wieder einen verlässlichen CDU-Ansprechpartner zu bekommen.

Sachen gibt’s in dieser Stadt . . .

 
 

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