BUND prüft Option einer zweiten Klage

Der Steinbruch von oben
Der Steinbruch von oben
Foto: IKZ

Hohenlimburg..  Es könnte ein Krieg zweier Städte werden - zumindest auf dem Papier. Das Drama um die geplante Steinbrucherweiterung wird um einen Akt erweitert, denn die Letmather Bürgerinitiative und der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) klinken sich nun aktiv in das drohende Verfahren ein.

„Wir müssen leider davon ausgehen, dass die Stadt Hagen sehr wahrscheinlich eine Genehmigung zur Erweiterung erteilen wird. Wir sind jedoch vorbereitet und haben der Stadt Iserlohn ein Gutachten zur Verfügung gestellt, das gravierende verfahrens- und planungsrechtliche Fehler aufdeckt“, erklärte Hans Niggemann von der Bürgerinitiative, der, ebenso wie Thomas Meilwes vom BUND, einer Klage sehr optimistisch entgegensieht.

Laut Aussagen des BUND hätten die Steinbruchbetreiber bereits angekündigt, bis zur höchsten Instanz zu gehen, um eine Erweiterung durchzusetzen. Das wäre das Oberverwaltungsgericht in Münster. Hinzu kommt nun ein weiterer Aspekt, der von Seiten der Letmather Bürgerinitiative und dem BUND geprüft wird.

„Wir werden auch für die Erhaltung des Naherholungsgebiets auf dem ,Ahm’ vor Gericht ziehen. Wenn man sich Letmathe genau anschaut, wird man feststellen, dass im Norden die Autobahn 46 eine künstliche Grenze zieht und das restliche Stadtgebiet wie ein Schweizer Käse von Baustellen und ehemaligen Kalkbrüchen übersät ist“, erklärte Thomas Meilwes vom BUND, der das Gelände auf der „Ahm-Hochfläche“ als „einzig verbleibendes, gut erreichbares Naherholungsgebiet“ bezeichnete.

In einem zweiten angestrebten Gutachten sollen nun neben den planungsrechtlichen Zweifeln auch der Naturschutz und die Landschaftserhaltung berücksichtigt werden.

Bisher ist der Steinbruch vom Letmather Gebiet nicht einsehbar, denn das Gestein wurde exakt bis zur Kuppe des Steltenbergs abgetragen. Die geplante Erweiterung würde nun dafür sorgen, dass der Bruch zu einem großen Teil auf Letmather Stadtgebiet erweitert werden würde und somit zu einer Herabsetzung der Attraktivität des Stadtbildes beitragen würde.

Es geht den Bürgern und dem BUND vor allem um materielle Belange. Erschütterungen, Staub und Emissionen sollen geprüft werden. Diese Faktoren stellen eine „massive Beeinträchtigung der Bevölkerung dar, da der Steinbruch, wie am Beispiel der Feldstraße zu sehen ist, sehr nah an Wohngebiete heranreicht“.

Aktuell herrscht zwischen den verhärteten Fronten die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm. Es wird taktiert und abgewartet. In der Hinterhand will der BUND sich jedoch noch einen Joker offen halten. Die Allianz, bestehend aus der Stadt Iserlohn, dem BUND und der Bürgerinitiative wird ihre Phalanxtaktik ausweiten und versuchen, mit einer möglichen zweiten Klage einen Seitenhieb zu landen.

Ob der Gegner sich davon beeindrucken lässt bleibt abzuwarten. Für die Bürgerinitiative, der auch Hagener und Hohenlimburger Bürger beigetreten sind, steht eine Menge Geld auf dem Spiel.

 

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