Bürgerinitiativen streben neues Raumordnungsverfahren an

Hohenlimburg..  Die Elseyer, Reher, Berchumer und Henkhauser Bürgerinnen und Bürger stehen im wahren Sinne des Wortes unter Strom. Wie bei einer Infoveranstaltung von „Hagen Aktiv“ im Zehner-Treff am Donnerstagabend einmal mehr deutlich wurde, regt sich der Widerstand gegen den geplanten 380-kV-Netzausbau von Amprion (Dortmund-Kruckel bis Dauersberg) und die damit verbundene Trassenführung.

Rechtsanwältin Sabine Jochheim und Anne Stamm (Rechtsbeistand sowie Energieberaterin) informierten über die in Hohenlimburg geplanten Trassenvarianten, die damit verbundenen Komplikationen und die Möglichkeiten des Protestes.

Ein Raumordnungsverfahren offeriert dem Netzbetreiber derzeit zwei Trassenvarianten. Die von Amprion präferierte Trasse würde entlang der bestehenden Stromleitungen durch Reh und Henkhausen verlaufen. Dort entstehen dann, wie die beiden Expertinnen sagten, im Vergleich zu heute doppelt so hohe Strommasten. Weil die Leitungen durch dicht besiedeltes Gebiet führen, ist die Angst vor gesundheitlichen Belastungen bei den Bürgern groß.

Eine alternative Trassenführung „Reh-Nord“ sieht vor, dass die neue 380-kV-Höchstspannungs-Freileitung ab Berchum entlang der bestehenden 110-/220-kV-Hochspannungsleitung von Enervie/Deutscher Bahn verlaufen und im Bereich des Autobahnkreuzes Elsey wieder auf die bestehende Ampriontrasse einschwenken soll. Das würde bedeuten, dass hier zwei verschiedene Trassen nebeneinander entstehen würden.

„Es gibt die Möglichkeit, die Enervie/DB-Leitungen auf den neuen, größeren Masten zu legen. Ob es dort zu einer Einigung beider Unternehmen kommt, ist jedoch fraglich“, waren sich Stamm und Jochheim einig. Diese Variante wurde von der Bezirksregierung Arnsberg bereits als die raumverträglichere Variante eingestuft. Hinzu kommt nun eine dritte Variante, die von den Bürgerinitiativen „Trassenplänen contra geben“, „Hohenlimburg unter Höchstspannung“ und „Menschen unter Strom“ bevorzugt wird. Diese Variante ist jedoch nicht Teil des aktuell durchgeführten Raumordnungsverfahrens.

Zusammenschluss der Initiativen

Dabei würden die Trassen ebenfalls nördlich an Reh und Henkhausen vorbei und durch das angrenzende Waldstück hindurchgeführt werden. Hinter dem Restaurant Schlesierland würde die Trasse dann südlich verlaufen, die Autobahn 46 queren, um dann Anschluss an die bestehende Trasse zu finden. Bei dieser Variante wären am wenigsten Bürger betroffen. Diese Variante wurde bislang nicht geprüft und fand im Raumordnungsverfahren noch keine Beachtung.

„Das Ziel muss heißen, eben diese dritte Variante zu favorisieren und in ein Raumordnungsverfahren einzubringen. Das wird sehr viel Arbeit erfordern“, offenbarte Anne Stamm, die in Garenfeld mit Erfolg gekämpft hat und nun den Hohenlimburger Initiativen helfen soll.

Am Ende eines diskussionsreichen Abends siegte die Vernunft. „Es macht Sinn, sich zusammenzuschließen, um mit geballter Kraft in Berlin vorzusprechen. Hinzu kommen Unterschriftenlisten, die das Anliegen der Bevölkerung bekräftigen“, erklärten Jochheim und Stamm.

 
 

EURE FAVORITEN

Richter erläutert Sami A.-Urteil

Richter Dirk Rauschenberg erklärt den juristischen Hintergrund zur Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes Münster.
Do, 16.08.2018, 15.38 Uhr

Richter Dirk Rauschenberg erklärt den juristischen Hintergrund zur Entscheidung des Oberverwaltungsgerichtes Münster.

Beschreibung anzeigen