„Brauchen mutige Entscheidungen“

Hagen..  Die Grünen haben für die nähere Zukunft verstärkt grüne Themen auf der Agenda. Ob den Wunsch nach mehr Stadtbäumen oder die Umsetzung der lokal beschlossenen Energiewende; den Blick auf derlei Themen möchten die Grünen geschärft sehen. Darüber hinaus sollten ihrer Meinung nach einige Themenfelder, wie beispielsweise ein Personalentwicklungskonzept, erneut aufgegriffen werden. Die Grünen zeigten sich im WR-Sommergespräch unzufrieden mit so mancher Entscheidung im Rat.

„Wir bräuchten mal mutige Entscheidungen. Gerade bei Umweltthemen oder der Stadtentwicklung sehen wir uns immer wieder einer großen Opposition aus CDU und SPD gegenüber“, beklagt Fraktionschef Joachim Riechel. „Wir fühlen uns da von der SPD allein gelassen.“ Das gelte speziell für die Energiewende. „Da haben wir ein Konzept beschlossen; aber wo bleibt die Umsetzung?“, fragt sich Ratsfrau Hildegund Kingreen. Ohnehin werde die Stickoxide-Problematik nicht ernst genommen und Themen, wie mehr Grünanlagen in der Innenstadt zu etablieren oder die Feinstaubbelastung zu reduzieren, seien negativ besetzt. Folglich geschehe wenig. „Wir haben ein Lkw-Konzept und eine Umweltzone. Nur wie wird dies kontrolliert?“ Ein Dorn im Auge ist Kingreen zudem mindestens das Verkehrskonzept für das neue Einkaufszentrum. „Die Rathaus-Galerie zieht noch mehr Individualverkehr in die Innenstadt. Eigentlich sollte man den Öffentlichen Personennahverkehr ausbauen“, so Kingreen.

Fraktionschef Riechel hat zudem die Aufenthaltsqualität in Hagen im Blick. „Wir haben 42 Prozent Waldanteil; daraus machen wir einfach zu wenig.“ Ein Baumwipfelpfad, wie er in Haspe geplant ist, sei eine gute Idee. Doch diesbezüglich suchen die Grünen noch einen gemeinsamen Standpunkt. Denn Hildegund Kingreen sorgt sich um das Wohlergehen der in den Wipfeln lebenden Tiere.

Ein gravierendes Problem sehen die Grünen in den Bestrebungen, auch bei der Politik selbst die Sparschrauben anzudrehen. „Für eine kleine Fraktion ist das ein schwerwiegendes Problem“, beklagt Riechel. „Wenn wir nur noch mit einer Person in einem Ausschuss sitzen, können wir uns nur noch schwer fundiert einarbeiten.“ Besonders kritisch sehen die Grünen dabei Pläne, gerade den Umweltausschuss mit anderen Ausschüssen zu verschmelzen. „Die Umweltthemen sind doch gerade die maßgeblichen Themen der Zukunft. Damit muss man sich befassen“, fordert Kingreen.

 
 

EURE FAVORITEN