Boloh-Schule – Riemann wirft Stadt Verzögerung vor

Hinrich Riemann vom Stadtteilforum Eppenhausen in Hagen.
Hinrich Riemann vom Stadtteilforum Eppenhausen in Hagen.
Foto: WP Michael Kleinrensing
  • Stadtteilforum Eppenhausen wirft Stadt Verzögerungshaltung bei mobiler Jugendarbeit vor.
  • Grundschule Boloh soll genutzt werden.
  • Stadt weist die Vorwürfe zurück.

Eppenhausen.. Das Stadtteilforum Eppenhausen ist sauer auf die Stadt. Der Vorwurf: Schon am 18. Dezember 2014 habe man bei der Verwaltung einen Antrag auf kostenfreie Dauernutzung der Grundschule Boloh zur Gestaltung einer mobilen Jugendarbeit gestellt. Dieser Antrag sei aber bis heute, also auch nach 15 Monaten, noch nicht beschieden. Auf der Mitgliederversammlung sei daher die Verärgerung groß gewesen, so der Vorsitzende Hinrich Riemann. Die seit April 2015 neu aufgebaute Mobile Kinder- und Jugendarbeit müsse bei schlechtesten Witterungsbedingungen, bei Kälte, Nässe und Dunkelheit außerhalb der Schule verharren. Gründe seien weder bekannt noch ersichtlich.

Doch dieser Darstellung widerspricht die Stadt vehement. „Wir konnten dem Antrag nicht einfach zustimmen, weil die Grundschule Boloh derzeit keine offizielle Versammlungsstätte ist“, so Stadtsprecher Michael Kaub auf Anfrage unserer Zeitung. Dies sei aber notwendig für eine Dauerlösung im Sinne des Stadtteilforums. Gleichwohl arbeite die Stadt aber intensiv daran, die Schule zu einer solchen zu machen. „Das wollen wir auch. Uns ist die Arbeit des Stadtteilforums ja sehr wichtig.“

Kosten: mittlerer vierstelliger Betrag

Konkret sei im vergangenen Jahr bereits ein Gutachten erstellt worden. Das war zu dem Ergebnis gekommen, dass kleinere Umbauarbeiten, die die Stadt wohl einen mittleren vierstelligen Euro-Betrag kosten werden, notwendig sind. Ein Bauantrag dafür sei eingereicht, er werde derzeit geprüft. Wenn die Arbeiten umgesetzt worden seien, stehe einer dauerhaften Lösung nichts mehr im Wege. „Aber das Stadtteilforum kann die Grundschule auch jetzt schon nutzen“, so Stadtsprecher Kaub. Es müsse dann eine anlassbezogene Sondergenehmigung beantragt werden.

Kaub widerspricht auch der Aussage Riemanns, dass sowohl dem Stadtteilforum Eppenhausen als auch der Politik Informationen fehlten oder gar widersprüchliche Informationen vorlägen. Über den Stand der Dinge sei in der Bezirksvertretung Mitte berichtet worden.

Großer Bedarf

Was steckt abseits des Streits hinter der Mobilen Kinder- und Jugendarbeit des Stadtteilforums? Unter Begleitung von ehrenamtlich engagierten Mitgliedern, mit Unterstützung verschiedener Spender (Stiftung der Sparkasse, Projektfördermittel des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe) sowie mit Wohlwollen des Hagener Jugendbüros wurde aus Eigenmitteln und in Kooperation mit dem Kinderschutzbund Hagen ein kostenloses Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche geschaffen. Der Bedarf, so Riemann, sei groß. Vier pädagogische Kräfte werden seit April 2015 durch das Stadtteilforum Eppenhausen e.V. finanziert, die im Wechsel im Einsatz sind.

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