„Blick auf übermorgen werfen“

Kulturdezernent Thomas Huyeng begrüßte im Ratssaal etwa150 Kulturinteressierte.
Kulturdezernent Thomas Huyeng begrüßte im Ratssaal etwa150 Kulturinteressierte.
Foto: Ralf Rottmann
Zur Auftaktveranstaltung zum Kulturentwicklungsplan kamen am Freitagnachmittag rund 150 Interessierte. Zehn Arbeitsgruppen wurden im Rathaus gebildet. Es geht darum, wie sich Hagen in Zukunft kulturell aufstellen kann und will.

Hagen. „Querbeet“, so könnte man die 150 Anwesenden, die sich am Freitagnachmittag im Ratssaal versammelten, beschreiben. Vom Christian-Rohlfs-Gymnasium war eine ganze Schulklasse gekommen, und etliche Künstler, Senioren, Politiker sowie schlichtweg an Kultur interessierte Bürger waren erschienen, um am Kulturentwicklungsplan der Stadt mitzuarbeiten.

Während der Auftaktveranstaltung unterstrich Kulturdezernent Thomas Huyeng: „Wir werden weniger, älter und bunter.“ Kulturberater Reinhart Richter nahm den Ball auf: „Vor diesem Hintergrund machen sich nun nicht mehr nur Verwaltungsbeamte Gedanken über die kulturelle Zukunft Hagens, sondern ganz normale Bürger. Denn ohne das Wissen und die Erfahrung dieser Leute können viele Aufgaben nicht mehr erfüllt werden. Das sah vor 15 Jahren noch anders aus.“

Konkurrenz wird härter

Der vom LWL initiierte und geförderte Kultur-Masterplan, der in Hagen (sowie in weiteren acht Kommunen) bis März erstellt wird, dürfe weniger eine Ist-Zustand-Analyse sein, sondern solle einen Blick auf morgen und übermorgen werfen, „denn die Standortwettbewerbskonkurrenz zwischen den Städten verschärft sich“, so Reinhart Richter warnend.

Dann verteilten sich die Anwesenden nach Interessenlage auf zehn Arbeitsgruppen (u.a. Kultur und bürgerschaftliches Engagement/ Jugend/ Inklusion/ Bildung/Wirtschaft); die Ergebnisse werden demnächst online unter www.hagen.de veröffentlicht.

Kulturelle Bildung leidet

Sylke Enders, Moderatorin der Gruppe „Kultur und Bildung“, liegt eine gesellschaftliche Entwicklung besonders schwer im Magen: „Ganztagsunterricht bzw -betreuung sind ein Problem für die kulturelle Bildung. Schüler können z.B. Sportvereine und Kirchengruppen nachmittags kaum mehr besuchen“, so die Musikschullehrerin.

Bleibt zu hoffen, dass die Teilnahme beim zweiten Treffen am Freitag, 13. Dezember, 15 bis 19 Uhr, ebenfalls so rege ist wie die gestrige.

 
 

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