Bilstein will sich von HL Logistik trennen

Bilstein GmbH & Co. KG, Hagen, Ruhrgebiet, Hohenlimburg, Nordrhein-Westfalen, Deutschland, Europa
Bilstein GmbH & Co. KG, Hagen, Ruhrgebiet, Hohenlimburg, Nordrhein-Westfalen, Deutschland, Europa
Foto: www.blossey.eu

Hohenlimburg..  Die Gewerkschaften und die HL Logistik GmbH rauchen die Friedenspfeife: Nach einer Entschuldigung durch den HL-Chef Gerold Haller betrachten Betriebsrat und Gewerkschaften die Auseinandersetzung um einen umstrittenen Brief an die Mitarbeiter als beendet. Eine entsprechende Strafanzeige wird zurückgezogen.

Doch für die knapp 50 Beschäftigten der HL Logistik GmbH, die als Subunternehmen seit etwa drei Jahren den Staplerverkehr beim Hohenlimburger Kaltwalzunternehmen Bilstein organisiert, bedeutet das noch kein glückliches Ende. Denn Bilstein wird mit großer Wahrscheinlichkeit zum Jahresende den Vertrag mit der HL Logistik kündigen. Sollte das Hohenlimburger Unternehmen die Logistik dann wieder selbst organisieren, ist noch völlig unklar, ob und wie viele HL-Mitarbeiter dann zu Bilstein wechseln können.

Zur Erinnerung: Ende September hatte unsere Zeitung über ein Schreiben der in Baden-Württemberg ansässigen HL-Geschäftsführung an die Hohenlimburger Mitarbeiter berichtet. In dem war ihnen ein vermeintlich verlockendes Angebot gemacht worden: Sie dürften auf die attraktive Position eines Springers wechseln, der bei Krankheit oder Urlaub einspringe. Doch das Angebot war in den Augen der Gewerkschaft eine einzige Mogelpackung und Provokation: Die Mitarbeiter wären nicht mehr nach Tarif bezahlt worden, sollten auf jegliche Beratung durch den Betriebsrat verzichten und die Gewerkschaftsmitgliedschaft kündigen. DGB-Chef Jochen Marquardt hatte das als „besonderen Ausdruck unternehmerischer Willkür“ gebrandmarkt. Verdi-Vize-Geschäftsführer Karsten Braun sprach von einem Verstoß gegen das Betriebsverfassungsgesetz und kündigte juristische Schritte an.

Generelle Unzufriedenheit

Die wird es nach dem „Friedensgipfel“ nun nicht mehr geben. Trotzdem setzt Bilstein nun alles daran, den Vertrag mit der HL Logistik zu kündigen. Marc Oehler, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Bilstein GmbH und Co. KG, äußerte sich gestern im Gespräch mit unserer Zeitung zwar vorsichtig: „Der Schritt ist noch nicht vollzogen. Wir prüfen derzeit, ob und wie wir uns von der Firma Haller trennen werden.“ Doch nach Informationen unserer Zeitung gibt es schon länger eine Unzufriedenheit mit der Leistung des Unternehmens. Dass durch den umstrittenen Brief Bilstein noch indirekt negativ in die Schlagzeilen gekommen ist, war wohl der Tropfen, der das Fass hat überlaufen lassen.

Laut Oehler prüft Bilstein derzeit verschiedene Alternativen. Dazu gehöre auch, dass der Staplerverkehr wieder in das Unternehmen integriert werde. Da aber noch nichts entschieden sei, könnten auch noch keine seriösen Aussagen gemacht werden, ob die knapp 50 derzeitigen HL-Logistik-Mitarbeiter eine Übernahme-Chance hätten.

In Gewerkschaftskreisen hofft man auf eine faire Chance: Unter den oft schwierigen Bedingungen bei HL Logistik hätten einige Mitarbeiter gar keine Chance gehabt, ihr ganzes Können zu zeigen.

 
 

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