Bezirksregierung sorgt für höheres Tempo auf Hagener Schulweg

Auf dem Weg zur Hestert-Schule müssen Kinder künftig noch besser auf den fließenden Verkehr achten.
Auf dem Weg zur Hestert-Schule müssen Kinder künftig noch besser auf den fließenden Verkehr achten.
Foto: WP Michael Kleinrensing
In Hagen-Haspe werden aus Tempo-30-Zonen vielerorts Tempo-50-Zonen. Hintergrund ist eine Anordnung der Bezirksregierung Arnsberg. Dass auch auf dem Schulweg zur Hestert-Grundschule die erlaubte Geschwindigkeit erhöht wird, sorgt bei der Bezirksvertretung für Kopfschütteln.

Hagen. Die Hasper Stadtbezirkspolitik steht unter neuer Führung. Während Bezirksbürgermeister Dietmar Thieser (SPD) sowie sein Stellvertreter Gerd Romberg (CDU) ihre Ämter behalten, machte die zweite Stellvertreterin Barbara Klinkert (SPD) aus gesundheitlichen Gründen jetzt Platz für eine Neubesetzung. Passenderweise fiel nicht einmal 48 Stunden nach dem alljährlichen Kirmesspektakel die einstimmige Wahl auf Kirmesbauer Udo Röhrig (SPD).

Dieser wird – wie naturgemäß auch die übrigen Mitglieder der Bezirksvertretung Haspe – vor allem den Menschen entlang der Voerder sowie der Vogelsanger Straße erklären müssen, dass dort die Tempo-30-Limits in weiten Teilen wieder auf 50 km/h hochgeschraubt werden sollen. Hintergrund ist eine Anordnung der Bezirksregierung in Arnsberg.

„Bei Bundes-, Landes- und Kreisstraßen muss aufgrund ihrer Verkehrsfunktion für den überörtlichen Verkehr die zulässige Höchstgeschwindigkeit grundsätzlich auf 50 km/h beschränkt bleiben“, hatte die Kommunalaufsicht verfügt. Lediglich aus Verkehrssicherheitsgründen wird künftig 150 Meter vor und 150 Meter hinter dem Kindergarten Löwenzahn weiterhin Tempo 30 gelten.

Blitzer wird auf 50 km/h umprogrammiert

Die Bewohner der Siedlung am Andreasberg müssen hingegen bald wieder mit flott vorbeirauschendem Verkehr rechnen. Der Sicherung des Schulweges zur Hestert-Grundschule, so die Bezirksregierung, werde durch die Ampelanlage und die beidseitigen Bürgersteige ausreichend Rechnung getragen. Die dortige Blitzkiste wird in den nächsten Tagen entsprechend auf 50 km/h umprogrammiert.

In der Hasper Bezirksvertretung löste diese Entscheidung weitgehend Kopfschütteln aus. Jetzt will man die Arnsberger zumindest noch darauf hinweisen, dass es an der Voeder Straße eine Bethel-vor-Ort-Einrichtung gebe, die ebenfalls der besonderen Sicherung bedürfe.

Auf ähnliche Veränderungen müssen sich auch die Menschen am Baukloh entlang der Vogelsanger Straße einstellen. Denn sowohl in Höhe des Caritas-Don-Bosco-Heims wird der Tempo-30-Abschnitt verkürzt als auch jenseits der Bahngleise, wo heute das Limit noch rauf bis zum Burscheder Weg gilt. Hier wird künftig die 30-Regelung nur noch in Höhe der Blitzanlage rund um die 30er-Hausnummern gelten. Ansonsten gilt auch für diese Kreisstraße in Richtung Volmar­stein das 50-Stundenkilometer-Limit. Wohl ahnend, dass sich bei den Anwohnern ein Proteststurm zusammenbrauen könnte, musste die Bezirksvertretung auch diese Anordnung der Bezirksregierung zähneknirschend zur Kenntnis nehmen.

Noch kein Konzept für Brandt-Gelände

Hingegen liegen noch keine konkreten Ergebnisse zu den künftigen Entwicklungsmöglichkeiten auf dem Brandt-Gelände vor. Baudezernent Thomas Grothe kündigte an, dass die entsprechende Rahmenplanung, die eine Betrachtung für den Bereich zwischen Westerbauer und der Gevelsberger Stadtgrenze liefern soll, erst Ende August vorliegt: „Ich kann ja verstehen, dass das Thema den Haspern unter den Nägeln brennt. Aber es handelt sich hier schließlich um eine Investition, die nach Möglichkeit auch 50 Jahre lang funktionieren soll. Lassen sie uns doch die Zeit, das sauber abzuarbeiten.“

Der Stadtbaurat sicherte den Haspern zu, dass die Bauverwaltung in diesem Fall keine unnötige Erbsenzählerei betreiben wolle: „Wir sind bereit, das liberal zu prüfen.“ Der aktuelle Investor möchte auf dem einstigen Kekswerk-Gelände einen großen Kaufpark, umgeben von weiteren Einzelhandelsanbietern, etablieren. Dafür soll die Dependance in Westerbauer (ehemals VB7) verschwinden.

Allerdings wurden bis heute noch keine Abrissanträge für die alten Produktionsstätten gestellt. Dies sei, so Grothe, auch nicht zu erwarten, solange der grundsätzliche Rahmen nicht abgeprüft sei. Parallel sollen jedoch bereits Gespräche laufen, ob nicht auch ein Teil der Wohnbebauung entlang der Enneper Straße dem Abrissbagger zum Opfer fallen könne. Damit würde sowohl die Sicht auf das neue Einzelhandelszentrum optimiert als auch die Durchlüftung der Straße verbessert.

 
 

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