Bewerber bemängeln schlechten Stil

Uwe Muth  ist enttäuscht  von Hagen.
Uwe Muth ist enttäuscht von Hagen.
Foto: Martin Kerstan
  • Wer soll Hagener Theater leiten?
  • Mittwoch Sondersitzung des Aufsichtsrates
  • Leer ausgegangene Bewerber melden sich zu Wort

Hagen..  Während die Frage, wer künftig das Hagener Theater leiten soll, von der Belegschaft des Hauses, von Hagens Politikern und von Kulturinteressierten hitzig diskutiert wird (am heutigen Mittwoch trifft sich der Theater-Aufsichtsrat zu einer Sondersitzung), melden sich nun Bewerber, die sich um die Indendanz in Hagen beworben haben, wieder zu Wort. Oder die Fürsprecher der Bewerber.

Wie im Fall des Schweizer Dirigenten Roman Brogli-­Sacher. Verena Keller, die in Zürich eine Agentur für Opernsänger leitet und Brogli in ihrer Kartei führt, hatte im September die Bewerbungsunterlagen für den seit drei Jahren als freischaffenden Künstler tätigen 50-Jährigen bei der Geschäftsführung des Hagener Theaters eingereicht. „Bis Sommer 2013 war Herr Brogli Theater- und Generalmusikdirektor am Lübecker Theater, nach seinen freien Jahren zieht es ihn jetzt wieder zurück zu einer festen Bühne“, so Verena Kellers Begründung für Broglis Interesse. Drei Tage später habe Brogli auf Bitte des Sekretariats der Geschäftsführung seine Bewerbung auch noch einmal persönlich eingesandt. Über den weiteren Verlauf des Findungs-Verfahrens wundert sich Keller: „Etwa zwei Wochen später habe ich nochmals im Sekretariat nachgefragt und bekam die Antwort, ich möge mich nicht mehr melden. Aus Agentursicht denke ich, ist dies eine ziemlich unprofessionelle Antwort.“

Aus der Zeitung hat Keller Ende September erfahren, dass sich die Findungskommission für Dominique Caron als neue Intendantin ausgesprochen hat. Keller echauffiert sich darüber, dass weder Brogli noch sie als Vermittlerin eine Absage bekommen haben. Ende Oktober habe sie dann einen Brief an Oberbürgermeister Erik O. Schulz geschrieben, in dem sie ihr Missfallen über den Verlauf der Intendantensuche ausdrückt. Es gab keine Reaktion. „Ich führe seit über 20 Jahren meine Agentur, kenne das Metier, aber wie in Hagen mit den Bewerbern umgegangen wird, zeugt von schlechtem Stil“, so Keller.

Sven Söhnchen, Vorsitzender des Theateraufsichtsrats, versteht die Aufregung nicht: „Das Bewerbungsverfahren ist erst abgeschlossen, wenn der Rat den auserkorenen Bewerber zum Intendanten bzw. zur Intendantin wählt. Erst danach erhalten die leer ausgegangenen Bewerber eine Absage sowie ihre Unterlagen zurück.“

Zu jenen leer ausgegangenen Bewerbern gehört auch Uwe Muth, Leiter der Kultur-Veranstaltungsagentur „Sensitive Colours“ aus dem Rheinland, der Anfang Dezember neben Caron noch zu den finalen Kandidaten gehörte. „Nach meinem Bewerbungsgespräch habe ich nie wieder etwas gehört. Ich hätte mir die Aufgabe, das Theater endlich wieder zu einen, zugetraut“, so Muth. Als er im Nachgang gesehen habe, welch öffentliche Kampagne sich rund um Dominique ­Caron gestrickt hätte, habe er sich gedanklich aber wieder von Hagen verabschiedet.

 
 

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