Bedarf an Kita-Plätzen in Hagen steigt durch Zuwanderung

In Hagen steigt der Bedarf an Kita-Plätzen.
In Hagen steigt der Bedarf an Kita-Plätzen.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Aktuell kann die Stadt Hagen den Bedarf noch decken: Alle Kinder, die für einen Kita-Platz angemeldet wurden, bekommen auch einen. Doch der Bedarf wächst weiter.

Hagen.. Die Diskussion um die Erhöhung der Elternbeiträge für die Kita-Betreuung ist gerade erst angelaufen. An einer anderen Front kann die Stadt aber nach Ende der Anmeldefrist für das neue Kindergartenjahr eine Erfolgsmeldung verkünden: Alle Kinder bekommen einen Platz.

„Es ist nicht immer die Wunsch-Kita der Eltern“, weiß Fachbereichsleiter Reinhard Goldbach. „Aber wir konnten immer eine ortsnahe Alternative anbieten.“ Der gesetzlich verankerte Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für Über-Dreijährige wird damit in Hagen erfüllt. Ebenso die Quote bei der Betreuung der Unter-Dreijährigen. Das heißt aber nicht, dass nicht noch große Herausforderungen auf die Stadt zukommen. Vor allem durch die verstärkte Zuwanderung. 9240 Kinder unter sechs Jahren leben aktuell in Hagen – davon sind 4639 unter drei Jahren. Insgesamt sind das derzeit 570 Kinder mehr als geplant.

18,8 Millionen Euro investiert

Noch kann die Stadt das auffangen, weil in den vergangenen Jahren massiv Geld in den Kita-Bereich gesteckt wurde. Mit Hilfe von Bund und Land wurden und werden immer noch seit 2010 rund 18,8 Millionen Euro investiert. Darin eingerechnet sind noch nicht die Investitionen, wie etwa aktuell der Neubau am Quambusch durch die Wohnungsbaugenossenschaft GWG.

97 Kitas gibt es somit aktuell in Hagen, bald könnten es aber schon mehr als 100 sein. Zum einen gibt es schon jetzt in einigen Teilen der Stadt Engpässe – etwa in Altenhagen, der Innenstadt und Wehringhausen. Zum anderen rechnet die Stadt mit noch mehr Kinderbetreuungsbedarf durch Zuwanderung.

Man habe aus sozialen und gesellschaftspolitischen Erwägungen als Stadt aber ein großes Interesse daran, diese Kinder auch möglichst umfassend in das Betreuungssystem einzubinden, so Sozialdezernentin Margarita Kaufmann – auch wenn zunächst größere Kosten entstünden: „Das schafft die Voraussetzungen für eine gute Sprachförderung und Integration. So können wir die Lernbiografien positiv beeinflussen.“ Und so könne man dann weitere Kosten für das Sozialsystem in der Zukunft minimieren.

Betreuungsgeld nicht gefragt

Die Flüchtlingskinder (rund 190), so Reinhard Goldbach, habe man fast alle erfasst und in das Betreuungssystem integriert. Schwieriger sei es bei den Kinder, die mit ihren Familien aus anderen EU-Ländern eingereist seien. „Es handelt sich um etwa 350 Kinder, davon sind bislang nur die Hälfte im Kita-System.“ Die Stadt kann die Eltern nur versuchen zu überzeugen. Einen Kita-Zwang gibt es nicht.

Generell ist die Quote beim Kita-Besuch in Hagen aber sehr groß. Sie liegt bei mehr als 95 Prozent bei den Über-Dreijährigen. Befürchtungen, dass gerade in einer Stadt mit einem hohen Migrantenanteil viele Eltern das neue Betreuungsgeld beanspruchen und die Kinder nicht in die Kita schicken, haben sich also nicht bewahrheitet. Bislang gab es nur ein paar Hundert Anträge auf Betreuungsgeld.

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