Barocke Besonderheiten namhafter Komponisten

Oboist Andreas Mirschel, Roland Voit am Cembalo und Cellist Rolf Petrich überzeugten im Fürstensaal
Oboist Andreas Mirschel, Roland Voit am Cembalo und Cellist Rolf Petrich überzeugten im Fürstensaal
Foto: WP

Hohenlimburg..  Manch ein Komponist muss lange warten, dass seine Musik gespielt wird – oder, wie in diesem Fall, wieder aufgeführt wird: Nach mehr als zwei Jahrhunderten erklang am Sonntag erstmals wieder im Schloss Hohenlimburg eine Komposition von Johann Martin Dömmig (1703-1760): Mit Bravour führten Oboist Andreas Mirschel, Cellist Rolf Petrich und Roland Voit am Cembalo Dömmigs Oboenkonzert a-moll im Fürstensaal auf. Dieser Ort stand in einer besonderen Beziehung zum Komponisten:

Dömmig der „Directore Musices“

Der in Thüringen geborene Dömmig wurde im November 1731 als „Directore Musices“ an den Bentheim-Tecklenburgischen Hof berufen. Im Dienste des Fürsten Moritz Kasimir I. komponierte und musizierte er im Schloss Rheda und Hohenlimburg für den musikbegeisterten Herrscher und seinen Hof.

Von seinem intensiven Schaffen haben sich bis heute nur 31 Werke erhalten. Eine jener Kompositionen haben die drei Musiker in ihrem Kammerkonzert nun wieder mit musikalischem Leben erfüllt, an jenem Ort, wo die Musik wohl vor vielen Jahren zum ersten Mal erklang.

Die musikalische Rarität, deren Aufführung der Erlaubnis des jetzigen Chefs des Hauses Bentheim-Tecklenburg bedurfte, war aber nur ein Höhepunkt des Kammerkonzerts. Die Musiker hatten weitere „barocke Köstlichkeiten“ unbekannter Meister und namhafter Komponisten zusammengestellt: Eine viersätzige, angenehm leicht und wohlklingende Sonate in f-Dur des Kirchenmusikers Gottfried August Homilius ehrte den Komponisten zu seinem 300. Geburtstag in diesem Jahr. Ein ebenso harmonisches Zusammenspiel erreichte das Trio auch bei der Sonate in g-moll von Jean Baptiste Loeillet de Gent. Als virtuos-meisterlicher Solist empfahl sich Roland Voit mit einer temperamentvollen Interpretation von Johann Sebastian Bachs Fantasie in c-moll. Eine Pastorale des Bach-Sohnes Carl Philipp Emanuel nahmen die Zuhörer dann zum Schluss gern als Zugabe von allen drei Musikern entgegen. Das Konzert bildete den Auftakt zur Kammerkonzertreihe „Fürstliche Klänge“: Damit wollen die Initiatoren in lockerer zeitlicher Abfolge die Freunde der Kammermusik ins Schloss Hohenlimburg locken, wie Roland Voit sagte: „Wir möchten den prächtigen Fürstensaal nutzen, um die Musik in angemessenem Rahmen und seinem historischem Kontext lebendig zu erhalten. In dieser Atmosphäre zu spielen macht einfach Spaß.“

Weiteres Konzert im November

Julia Dettmann von der Schloss Hohenlimburg gGmbH sprach den Musikern für ihr Engagement Dank aus und lud die begeisterten Zuhörer für das nächste Kammerkonzert ein: Am Sonntag, 9. November, ab 18 Uhr lassen Gitarrist Andreas Koch und Cellist Rolf Petrich Kompositionen aus Spätklassik, Romantik und Moderne im Fürstensaal erklingen.

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