AWo-Spitze - Puder macht Platz für Buchholz

Birgit Buchholz (rechts) wird Nachfolgerin von AWo-Geschäftsführer Hubert Puder; links: Renate Drewke, Vorstandsvorsitzende  des AWo Unterbezirks Hagen/Märkischer Kreis.
Birgit Buchholz (rechts) wird Nachfolgerin von AWo-Geschäftsführer Hubert Puder; links: Renate Drewke, Vorstandsvorsitzende des AWo Unterbezirks Hagen/Märkischer Kreis.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Unter weiblicher Führung steht ab Juli der AWo-Unterbezirk Hagen/Märkischer Kreis: Birgit Buchholz, zuletzt Fachbereichsleiterin bei der Diakonie, wird zum 1. Juli Nachfolgerin von AWo-Geschäftsführer Hubert Puder. Der Wechsel wurde am Freitag im Rahmen eines Festaktes zelebriert.

Hagen. Hubert Puder, 17 Jahre kreativer Kopf an der Spitze des Wohlfahrtverbandes, übergab gestern im Rahmen eines Festaktes und begleitet von zahlreichen Weggefährten sowie politischen Mandatsträgern aus der Region symbolisch einen hölzernen Staffelstab an seine Nachfolgerin Birgit Buchholz.

Die 45-jährige Genossin, die zuletzt als Fachbereichsleiterin beim Diakonischen Werk ihr Geld verdiente und sich im Rahmen einer Ausschreibung gegen eine 50-köpfige Bewerber-Konkurrenz durchsetzte, stellt sich künftig den vielfältigen Herausforderungen zur Führung des Sozialunternehmens. Puder wiederum wechselt nach Münster in die Nähe seiner Heimat zu dem dortigen Behinderten-Sozialbetrieb „Westfalenfleiß“.

Neubau- und Sanierungsarbeiten

AWo-Vorstandsvorsitzende Renate Drewke nutzte die Gelegenheit, Puder für sein Wirken, das durch Expansion sowie Neubau- und Sanierungstätigkeiten geprägt gewesen sei, ausdrücklich zu danken: „Als Du 1997 begannst, hatte die AWo 590 Mitarbeiter – heute sind es fast 900.“ Als Meilensteine seines Tuns nannte sie beispielhaft den Bau der Kurzzeitpflege am Helmut-Turck-Zentrum in Helfe sowie die fünf Jahre währende Sanierung des Helmut-Turck-Seniorenzentrums, den Bau der Kita in der Overbergstraße als Familienzentrum und Mehrgenerationenhaus, die Modernisierungen an der Erzstraße und in Eckesey, verschiedene Projekte im Märkischen Kreis, die Etablierung der Kita im Stadtteilhaus Vorhalle, die Sanierungs der Geschäftsstelle in der Böhmerstraße, das neue Service-Center in der Frankfurter Straße, den Bau des Rehazentrums Volmeklinik, die Weiterentwicklung der Kitas mit U3-Plätzen, die Modernisierung der Fachklinik Im Deerth oder auch die Eröffnung der Fachklinik Kaisberg in Vorhalle. Aber auch schmerzliche Schritte wie die Aufgabe von Werkstätten, Sozialstationen sowie des Arbeitslosenzentrums seien in seine Ägide gefallen.

Sozialpolitiker mit Herz

Für Puder habe die Bedeutung des Ehrenamtes immer im Vordergrund gestanden, fand auch Oberbürgermeister Schulz würdige Worte „für einen Sozialpolitiker mit Herz und Engagement“. Der scheidende Geschäftsführer habe immer Mut gezeigt, Dinge anzupacken, in schwierigen Situationen Kurs zu halten und sein Gesicht zu zeigen. „Zähigkeit in der Sache“, attestierte ihm der neue Verwaltungschef und die Fähigkeit, „sich in Themen und Ideen gut zu verbeißen.“ Qualitäten, die in Zeiten knapper Kassen von hohem Wert seien. Dass sich finanziell in Zukunft Wesentliches ändern werde, konnte Schulz der neuen Geschäftsführerin Birgit Buchholz freilich kaum in Aussicht stellen.

Allerdings versicherte er ihr, dass auch in Zukunft in Hagen Sozialpolitik ohne die Wohlfahrtsverbände nicht funktionieren könne und die AWo in seiner Amtszeit ein starker Partner der Politik bleibe. Die 45-jährige Rheinländerin, die zwar in Gütersloh geboren wurde, aber in Bonn aufwuchs, beschrieb Schulz aus seinen Jahren in der Hagener SPD als eine „konzeptstarke Frau mit einem guten Bauchgefühl“. Qualitäten, die die studierte Politikwissenschaftlerin, Soziologin und Betriebswirtin für ihre neue Aufgabe gerne einbringen und nutzen möchte. Wobei sie mit Blick auf die Puder’schen Bautätigkeiten gleich selbstironisch ergänzte: „Ich hätte wohl besser Architektur studiert . . .“