Anonymer Brief schwärzt Mark Krippner an

Hohenlimburg..  Die Kampagne von anonymen Briefen und somit Anschuldigungen gegen den Hohenlimburger SPD-Vorsitzenden und ehemaligen SPD-Fraktionschef im Rat der Stadt Hagen reißt nicht ab. Gestern erhielten die Staatsanwaltschaft, Oberbürgermeister Erik O. Schulz und die Westfalenpost einen Brief, in dem Mark Krippner vorgeworfen wird, in seiner Funktion als Vorsitzender des Verbandes für Sport (VfS) ausschließlich private Interessen zu verfolgen. Er setze Steuer- und Fördergelder dafür ein, heißt es. Dabei habe er im Vorstand ein System von Einschüchterung und Sprachlosigkeit entwickelt, das dazu führe, dass niemand widerspreche. Auch die Verteilung von Geldern erfolge ausschließlich nach dem Prinzip, wer ihm nützlich sein könne.

Als Quatsch und lächerlich bezeichnen VfS-Vorstandsmitglieder wie Klaus-Peter Hornung, von dieser Zeitung mit den Vorwürfen konfrontiert, die Anschuldigungen des Briefeschreibers. Das sagt auch Manfred Theimann. Seit 1985 ist er Kassierer des Verbandes. „In dieser Zeit haben wir nur einen Antrag eines Vereins abgelehnt“, versichert er. „Alle anderen sind nach Vorstandsbeschlüssen bewilligt worden.“

Dass der gemeinnützige Verband, der regelmäßig von der Finanzbehörde geprüft werde, einen rückläufigen Kassenbestand habe, sei zu begründen: „Das liegt daran, dass wir uns ausschließlich durch das Stadtfest finanzieren und die dort erzielten Gewinne zurückgehen. Die Kosten für die Musikgruppen, für die Bühne oder die Technik steigen kontinuierlich, gleichzeitig nimmt der Bierverkauf durch ein geändertes Konsumverhalten der Besucher ab.“ Steuergelder, wie in dem Brief behauptet, erhalte der Verband für Sport nicht.

Dass der Vorstand im Jahr 2015 eine Klausurtagung in Hamburg durchgeführt habe und diese Fahrt bei einigen Mitgliedern zu Kritik geführt habe, sei richtig, ist aber nicht Inhalt des anonymen Schreibens. Theimann: „Einen Teil der Kosten haben die Vorstandsmitglieder übrigens selbst getragen.“

Heinz-Werner Schroth (Hohenlimburger Schwimmverein) versicherte gestern in seiner Funktion als Kassenprüfer für das Jahr 2015, dass es keinerlei Beanstandungen gegeben habe.

Belastung für die Familie

Mark Krippner kündigte an, Strafanzeige gegen Unbekannt wegen Verleumdung zu stellen. „Offensichtlich möchte man mich fertig machen.“ Dazu gehörten auch die zahlreichen anonymen Anrufe in den Nachtstunden, die seine Familie, insbesondere seine Kinder, sehr belasten würden.

Bei der Hagener Staatsanwaltschaft nahm man gestern „das Schreiben zur Kenntnis“, wie Pressedezernent Dr. Gerhard Pauli auf Nachfrage bestätigte. Aus dem Büro des Oberbürgermeisters gab es zu diesem anonymen Brief keine Stellungnahme.

 
 

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