An Belegschaft gescheitert

Dominique Caron ist gescheitert – und das, bevor sie nur einmal öffentlich aufgetreten ist. Und bevor sie hat beweisen können, ob sie wirklich künstlerische Kompetenz hat. Und ob sie ein so großes Haus in schwierigen Zeiten tatsächlich leiten kann.


Caron ist nicht an Politik oder Verwaltung gescheitert. Die standen bis zuletzt mehrheitlich hinter ihr. Sie ist letztlich auch nicht an dem großen Heer der Kritiker an der generellen Sparpolitik in Sachen Theater gescheitert. Zuletzt hatte sich auch der Theaterförderverein hinter sie gestellt. Dominique Caron ist an der Belegschaft des Theaters gescheitert. Auch wenn sie sich selbst nicht äußern will: Der enge zeitliche Zusammenhang zwischen dem Schreiben des Betriebsrats und dem Abgang der gerade erst nominierten Intendantin lässt kaum einen anderen Schluss zu. Sie hat wohl keine Chance gesehen, in einem Umfeld, das sie (wahrscheinlich) mehrheitlich ablehnt, ihre Arbeit tun zu können.


In der Folge darf man sich die Frage stellen, ob sie wirklich die nötige Härte für den Job gehabt hätte. Dass sie nicht mit Handkuss von einer Belegschaft empfangen werde würde, die den Sparkurs ablehnt, muss ihr von vornherein klar gewesen sein. Man darf aber genauso fragen, ob sich die Belegschaft damit eine Gefallen getan hat: Die Führungsfrage ist wieder völlig offen, damit zieht nicht die so oft geforderte Ruhe im Theater ein. Und das vor dem Hintergrund, dass das Sparziel von 1,5 Millionen Euro bleibt. Dies muss auch jeder neue Intendant durchsetzen.


Wenn sich denn nun so schnell ein neuer findet. Die Verantwortlichen im Theater-Aufsichtsrat sollten sich eingestehen, dass dies nur mit externer Hilfe gelingen wird. Eine unabhängige, professionelle Personalagentur sollte eingeschaltet werden. Um am Ende eine überzeugende Lösung für die so wichtige Intendanz in Hagen zu finden.

 
 

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