Amprion soll 380-kV-Trasse erörtern

Hohenlimburg..  Die Ratsfraktion von „Hagen Aktiv“ fordert Oberbürgermeister Erik O. Schulz auf, zur nächsten Sitzung des Rates am 22. September einen Vertreter des Netzbetreibers Amprion GmbH einzuladen. Wie mehrfach berichtet plant Amprion die 380 kV-Höchstspannungsfreileitung zwischen Dortmund-Kruckel und Dauersberg (Rheinland-Pfalz). Diese wird insbesondere für den Abschnitt Reh/Elsey von den Anwohnern kontrovers diskutiert.

Neuere Erkenntnisse über den aktuellen Planungsstand sollen jetzt die Amprion-Vertreter liefern.

„Hagen-Aktiv“ schreibt dazu an den Oberbürgermeister: Am 12. Mai 2011 hat der Hagener Rat einstimmig die Vorlage 0391/2011 beschlossen. Danach lehnte und lehnt die Stadt Hagen die von der Amprion GmbH geplante Vorzugstrasse im Bereich Hohenlimburg ab und befürwortet eine Alternativtrasse.

Die Verwaltung wurde beauftragt, im Sinne der Verwaltungsvorlage Stellung zu nehmen und die Belange der Stadt Hagen im weiteren Verfahren einzubringen. Inzwischen bereitet die Amprion GmbH das Planfeststellungsverfahren vor. In der Offenlage befinden sich bereits die Pläne für den vorhergehenden Abschnitt Herdecke/Bathey und Garenfeld.

Bei verschiedenen Gelegenheiten hat die Amprion GmbH verlauten lassen, dass verschiedene Alternativtrassen für das Planfeststellungsverfahren noch einmal geprüft würden.

Bald fünf Jahre verstrichen

Der Rat der Stadt Hagen hat ein erhebliches Interesse an den bisher insoweit vorliegenden Prüfergebnissen und deren eventuellen Auswirkungen auf das Planfeststellungsverfahren. Denn spätestens 2017 sind fünf Jahre seit der raumordnerischen Beurteilung des Vorhabens verstrichen. In einem solchen Fall, wenn also dann noch nicht mit der Ausführung des Vorhabens begonnen worden ist, muss gemäß § 32 Abs. 4 Landesplanungsgesetz NRW geprüft werden, ob die raumordnerische Beurteilung noch Bestand haben kann. Damit wächst die Gefahr, dass allein aus Zeitgründen keine ergebnisoffene Prüfung anderer Trassenverläufe mehr stattfindet und deshalb auf der Bestandstrasse gebaut wird.

Um den Ratsmitgliedern Gelegenheit zur Diskussion geben zu können, scheint es sinnvoll, Vertreter von Amprion einzuladen. Zumal Amprion betont hat, die Planungen sollten im Einvernehmen mit der Kommune geschehen, deren Hoheitsgebiet überbaut werde.

 
 

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