Amprion favorisiert 380-kv-Trasse durch Elsey

Hohenlimburg..  Sie hatten viele Fragen an die Mitarbeiter des Netzbereibers Amprion. Doch die Antworten, so das Fazit der Bürgerinitiative „Hohenlimburg unter Höchstspannung“ nach einem Meinungsaustausch, seien eher vage geblieben. So wollte sie zum Beispiel wissen: Führt die Trasse der geplanten 380-kv-Höchstspannungsleitungen durch Elsey oder über die Reher Heide? Oder gibt es gar noch eine weitere Variante? Wie hoch sind die Masten? Wie ist die Anzahl der Seile? Wann werden die Planungen der Öffentlichkeit vorgestellt?

Um aktuell zumindest einige Informationen über den Planungsstand zu bekommen, hatte die Bürgerinitiative die Mitarbeiter des Übertragungsnetzbetreibers Amprion eingeladen. Dazu kamen sechs Fachleute des Unternehmens aus den Bereichen Kommunikation, Planung, Genehmigung und Leitungsbau. Als Moderator fungierte Tim Wiewiorra von der Organisation „Bürgerdialog Netzausbau“ aus Berlin. Im Mittelpunkt standen vor allem die Fragen alternativer Trassenführung und mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen durch die 380-kv-Leitungen.

Claudia Scholten, Mitglied der Bürgerinitiative, sprach zwar von sachlichen Gesprächen, kritisierte aber, dass die Amprion-Mitarbeiter auf konkrete Fragen häufig nur vage Antworten gegeben hätten oder erst nach hartnäckiger Nachfrage dazu bereit gewesen wären. So auch nach der Höhe der geplanten Masten.

60-Meter-Masten mit 28 Seilen

Nach Information dieser Zeitung soll es sich dabei um jene Masten handeln, die auch in Oberveischede (Sauerland) aufgebaut werden sollen. Diese sind rund 60 Meter hoch und verfügen über drei Traversen. An den beiden oberen Traversen werden insgesamt sechs Isolatoren angebracht; jeder mit jeweils vier Leiterseilen. Die untere Traverse soll eine 110-kv-Leitung mit vier Leiterseilen erhalten. Die Zahl der Masten, so ein Amprion-Sprecher gestern auf Anfrage unserer Zeitung, sei noch nicht klar. Diese sollen die in Elsey vorhandenen Masten ersetzen, die 33 oder 40 Meter hoch sind. Claudia Scholten: „Der Turm der Elseyer Stiftskirche ist zum Vergleich 31 Meter hoch.“

Zu Fragen nach akustischen Emissionen hielten sich die Amprion-Mitarbeiter nach Einschätzung der Mitglieder der Bürgerinitiative zurück. Weil nach ihren Erkenntnissen ein 60 Meter hoher Mast bereits im Großraum Witten aufgestellt worden ist, wollen sie sich dort vor Ort über die akustischen Emissionen informieren.

Eine endgültige Entscheidung, wo die Trasse einmal herführen wird, ist bislang noch nicht gefallen. Vorzugstrasse ist für den Netzbetreiber weiterhin jene durch Elsey, weil dort für eine Genehmigung die größte Rechtssicherheit bestehe. Allerdings sei eine Trasse durch den Wald durchaus noch in der Diskussion. Ausschlaggebend dafür sei aber die Bereitschaft der Grundstücksbesitzer, die dafür benötigten Flächen zu verkaufen.

 
 

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