Als Gruppe gegen den gefürchteten Jo-Jo-Effekt

Sie wollen demonstrieren, dass das Abnehmen in der Gruppe ihnen den entscheidenden Erfolg gebracht hat: Angelika Zimmermann, Antje Ortmann, Sylvia Ohm, Sandra Braukhoff, Tanja Nych, Claudia Faßbender, Karin Goetting und Roswitha Ermer (von links) halten Schilder hoch, auf denen festgehalten ist, wie viel Gewicht sie verloren haben und wie lange sie es schon halten.
Sie wollen demonstrieren, dass das Abnehmen in der Gruppe ihnen den entscheidenden Erfolg gebracht hat: Angelika Zimmermann, Antje Ortmann, Sylvia Ohm, Sandra Braukhoff, Tanja Nych, Claudia Faßbender, Karin Goetting und Roswitha Ermer (von links) halten Schilder hoch, auf denen festgehalten ist, wie viel Gewicht sie verloren haben und wie lange sie es schon halten.
Foto: WP Michael Kleinrensing
Abnehmen ist schwierig genug. Es in der Gruppe anzugehen, kann da helfen – und zwar nicht nur beim Kampf gegen die Kilos, sondern auch beim Halten des Gewichts.

Hagen.. Die gestreifte Hose hebt sie auf. Sie ist für Karin Goetting zu einer Trophäe geworden. Denn sie stammt aus einer Zeit, als sie nicht nur ein bisschen fülliger war. Nein, sie war damals noch stolze 46 Kilogramm schwerer. „Damals“-- das bedeutet in diesem Fall das Jahr 2000. Und für so manche, die nach Diäten den Jo-Jo-Effekt kennen, bedeutet das eine Ewigkeit. Eine Ewigkeit, die viele von ihnen nicht durchstehen, sie nehmen wieder zu, und bringen dann am Ende mehr auf die Waage als zuvor.

Bei Karin Goetting war es nicht so. Vielleicht liegt es auch an der Hose, denn: „Zwischendurch hole ich sie mir schon mal raus. Und dann sage ich : Nein. „ Nein, zur Völlerei. Vor allem liegt es aber an ihrer Gruppe. Der Gruppe bei den Weight Watchers. Hier hat sie abgenommen und hier hält sie ihr Gewicht.

Gruppentreffen und Ernährungsberatung

Und wie ihr geht es einer Reihe von Frauen und Männern, die regelmäßig zu den Gruppentreffen in der Lange Straße in Wehringhausen vorbeischauen. So wie Antje Ortmann, die ihr Minus von 37 Kilogramm seit 2008 hält. Oder Roswitha Ermer, die seit dem Jahr 2001 ihr Gewicht hält und vorher 25 Kilogramm mehr wog. Sie alle haben sich keinem operativen Eingriff unterzogen wie Christian Fricke, der Vorhaller DRK-Leiter, über dessen Weg zum Verlust von inzwischen 80 Kilo die Stadtredaktion regelmäßig berichtet hatte.

Sie setzen allein auf das Prinzip der Gruppentreffen und der Ernährungsberatung. Das gibt es nicht umsonst: 39,95 Euro kostet das Ganze im Monat bei den Weight Watchers – jedenfalls so lange man nicht Gold-Mitgliedsstatus, das heißt: nicht einen Body-Maß-Index von höchstes 25 hat.

Für Goldmitglieder kostenlos

Hält man diesen aber zwei Monat, dann ist das Gruppentreffen kostenlos. Aber die Teilnahme ist dann weiter wichtig, sehr wichtig sogar. Das ist der Tenor der acht Frauen, die sich der Stadtredaktion für ein Foto zur Verfügung gestellt haben und zum Teil sehr viel Gewicht verloren und dies von allem gehalten haben.

Claudia Faßbender (minus 12 Kilogramm seit 2010): „Wenn ich nicht zu den Gruppenabenden gehe, dann nehme ich sofort wieder zu.“ Antje Ortmann hat ihr Leben Dank der Gruppe ganz umgestellt: „Ich habe 20 Jahre praktisch kein Obst und Gemüse gegessen. Jetzt ist das selbstverständlich.“

Und auch die anderen können über Erfahrungen sprechen, die sie zum Teil über Jahre gesammelt haben. Immer wieder bekomme man Tipps von anderen, natürlich sei es ein Ansporn beim regelmäßigen Wiegen den Body-Maß-Index und damit auch die Goldmitgliedschaft zu halten. Langweilig seien die Treffen auch nach Jahren nicht. Und vor allem entwickelten sich Freundschaften. Wie zwischen Karin Goetting und Roswitha Ermer: „Wenn wir nicht gehen, fehlt uns was.“

„Wir sind Vorbilder für die anderen“

Und die, die ihr Gewicht über Jahre halten, haben auch eine wichtige Funktion innerhalb der Gruppe: „Wir sind Vorbilder für die anderen“, so Claudia Faßbender.

Eine Erfolgsgarantie, gar ein Selbstläufer ist das System Weight Watchers aber nicht. Das wissen auch die Gruppenleiter wie Dagmar Peschke und Stefanie Hope, die selbst mit Weight Watchers abgenommen haben.

„Die Rückfallquote ist nicht gering“, sagt Stefanie Hoppe. Und Männer sind unterrepräsentiert. Ihnen scheint oft die Gruppenatmosphäre nicht zuzusagen, sie nutzen heutzutage lieber das Online-Angebot von Weight Watchers. Für die acht Frauen von unserem Foto ist das allerdings keine Alternative. Sie schwören auf die Gruppe, auf die Gemeinschaft einmal in der Woche für 45 Minuten.

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